Darauf sollten wir die SPD festlegen: Schulz spricht sich dafür aus, „Rüstungsbegrenzungen und atomare Abrüstungsstrategien voranzutreiben, anstatt sich „einer Aufrüstungsspirale zu unterwerfen“. Wie glaubhaft ist die Trendumkehr: Denn führende SPD-Politiker – wie Steinmeier, haben das bisher mitgetragen und in der Nato mit beschlossen. Die Erhöhung der Verteidigungsausgaben von derzeit 1,2 Prozent auf zwei Prozent käme einer Anhebung auf 70 Milliarden Euro gleich. „Deutschland wäre damit die größte Militärmacht Europas, weit vor den Atommächten Frankreich mit 55,7 Milliarden und England mit 48,3 Milliarden Euro.“ Aber immerhin ist gut, dass diese Stellungnahme die Aufrüstung zum Thema macht; etwas, was die herrschenden Parteien und Medien mit allen Mitteln verhindert haben, denn die Mehrheit in Deutschland ist dagegen. Die CDU/CSU will sich durch die Wahlen ihre Aufrüstungspolitik bestätigen lassen und greift die SPD an, weil sie die Aufrüstung nicht mehr mittragen wolle. Willy Brandt hatte in seiner Zeit als SPD-Vorsitzender erklärt, dass der, der in einer Welt, in der Menschen verhungern, Geld für Waffen ausgebe, es den Menschen wegnehme, die es zum Überleben brauchen: Für die Ausgaben für ein Kampfflugzeug könne man auch 40.000 Dorfapotheken bauen. Er erklärte in seinem Buch über den Zustand der Welt „Der organisierte Wahnsinn“, dass Rüstungsausgaben nur eine Verschwendung der Gelder seien, die man zur Angleichung der Lebensverhältnisse nutzen können. Wenn die Welt so ungerecht bleibe, gebe es auch für die Menschen im reichen Teil der Welt auf Dauer keine Chance auf Frieden. Davon ist die heutige SPD noch weit entfernt: Die Sozialdemokraten sind keineswegs generell gegen eine Aufstockung der Verteidigungsausgaben. Die Bundeswehr solle personell und materiell besser ausgestattet werden, heißt es in dem Grundsatzpapier. Noch entschiedener gegen Rüstungsausgaben trat die SPD vor dem Ersten Weltkrieg in der Zeit August Bebels auf ein: Diesem System keinen Mann und keinen Pfennig war ihre Losung. Allerdings stimmte sie dann den Krediten zur Finanzierung der deutschen Kriegsausgaben zu.

Verzicht auf Zwei-Prozent-Ziel bei NATO als Bedingung fürs Mitregieren – Schulz: Nicht der von Trump propagierten Politik unterwerfen

Berlin – Die SPD warnt vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und Nordkorea vor einer „Aufrüstungsspirale“. Die Konfrontation sei ein „Resultat der nuklearen Aufrüstung, die wir in den letzten Jahren erlebt haben“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz am Donnerstag in Berlin. Die Sozialdemokraten machen den Verzicht auf die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung zur Bedingung fürs Mitregieren. Schulz sprach sich dafür aus, „Rüstungsbegrenzungen und atomare Abrüstungsstrategien voranzutreiben, anstatt sich „einer Aufrüstungsspirale zu unterwerfen“, die von US-Präsident Donald Trump propagiert werde. Trump drängt die NATO-Staaten dazu, zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Rüstung auszugeben. Das hatte das Bündnis 2014 beschlossen, Deutschland verfehlt dieses Ziel bisher. Geht es nach der SPD, soll die Zielmarke auch gar nicht mehr angestrebt werden. „Wir halten das für den falschen Weg, und mit der SPD in der Regierung wird es das nicht geben“, sagte Fraktionschef Thomas Oppermann der „Rheinischen Post“. In einem am Donnerstag von Oppermann und dem SPD-Verteidigungsexperten Rainer Arnold vorgelegten „Leitgedanken einer sozialdemokratischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik“, heißt es dazu, die Erhöhung der Verteidigungsausgaben von derzeit 1,2 Prozent auf zwei Prozent käme einer Anhebung auf 70 Milliarden Euro gleich. „Deutschland wäre damit die größte Militärmacht Europas, weit vor den Atommächten Frankreich mit 55,7 Milliarden und England mit 48,3 Milliarden Euro.“

Bildergebnis für diesem system keinen mann und keinen groschen

Lücken sollen geschlossen werden

Allerdings wenden sich die Sozialdemokraten keineswegs generell gegen eine Aufstockung der Verteidigungsausgaben. Die Bundeswehr solle personell und materiell besser ausgestattet werden, heißt es in dem Grundsatzpapier. „Es steht außer Frage, dass die Bundeswehr mehr Geld bekommen muss.“ Dabei gehe es aber nicht um Aufrüstung. Vielmehr müssten die Lücken geschlossen werden, die durch die „holprige Reformpolitik“ der Vergangenheit entstanden seien. Dabei verweisen die Sozialdemokraten auf die Aussetzung der Wehrpflicht und deren Umsetzung.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kritisierte die Position der SPD. Das Zwei-Prozent-Ziel sei ursprünglich von der rot-grünen Bundesregierung unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit verabredet worden. „An Verabredungen unter Staaten im Bündnis sollte man sich halten, zumal SPD-Außenminister sie seitdem wiederholt mit bekräftigt haben“, sagte von der Leyen der „Passauer Neuen Presse“ vom Donnerstag. Auch der sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe, Florian Hahn, warf der SPD vor, sie stelle internationale Vereinbarungen infrage, die sie selbst mitgetragen habe. „Der kurzfristige Wahlerfolg ist der SPD wichtiger als die Sicherheits- und Bündnisfähigkeit Deutschlands“, erklärte er.

Grünen-Chef Cem Özdemir bezeichnete die Kritik der SPD am Zwei-Prozent-Ziel als „scheinheilig“. Schließlich habe der damalige SPD-Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit am Tisch gesessen, als die NATO 2014 in Wales das Zwei-Prozent-Ziel beschlossen habe. Dass Deutschland eine starke und leistungsfähige Bundeswehr brauche, stehe außer Frage. „Aber das Zwei-Prozent-Ziel ist der falsche Weg“, fügte der Grünen-Chef hinzu. „Es ist eine Milchmädchenrechnung, mehr Geld für Rüstung schaffe mehr Sicherheit.“ (APA, 10.8.2017) – derstandard.at/2000062527925/Deutscher-Wahlkampf-SPD-warnt-vor-einer-Aufruestungsspirale

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