Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit gehören in dem von der Nato „befreiten“ Libyen zum Alltag der Flüchtlinge. Dafür trägt das westliche Bündnis die Verantwortung: Es hat in Libyen eine „Hölle auf Erden“ Oxfam geschaffen. Einst kamen Westafrikaner nach Libyen, um dort zu arbeiten und ihre Familien in der Heimat zu versorgen: Die Natostaaten haben das beendet durch die Zerstörung des libyschen Staates. Libyen hatte vor dem westlichen Angriffskrieg den höchsten Lebensstandard in Afrika, wenn es auch große demokratische Defizite hatte, wie alle Länder der der Region und zudem weit weniger als Staaten wie Saudi-Arabien, mit denen die Westmächte engstens zusammenarbeiten. Oxfam forderte von den EU-Staaten angesichts der dramatischen Lage, Flüchtlingen in Libyen eine sichere Weiterreise nach Europa zu ermöglichen. Die EU könne beispielsweise „sichere Korridore“ schaffen, über die die Flüchtlinge nach Europa kommen und „ein faires und transparentes Asylverfahren“ erhalten könnten. Kürzlich hatte die EU den Export von Schlauchbooten nach Libyen eingeschränkt und bewirkt so, dass noch weniger Menschen der wesentlich von Frankreich, Großbritannien und den USA zu verantwortenden Gewalt – denn sie haben v.a. den Sturz Gadaffis zu verantworten – entfliehen können. Der deutsche Minister Müller kritisiert diese Entmachtung Gaddafis als großen Fehler, der zu einem Desaster geführt habe. Deutschland hat sich bei der Entscheidung über den Angriff auf Libyen enthalten, aber in der Nato dann nicht den Angriffskrieg verhindert.

Oxfam warnt EU: Vergewaltigung, Folter und Zwangsarbeit in Libyen 9. August 2017: Hilfsorganisation befragte Migranten und beschreibt Bürgerkriegsland als „Hölle auf Erden“, wohin man Flüchtlinge nicht zurückschicken dürfe – derstandard.at/2000062440205/Oxfam-warnt-EU-Vergewaltigung-Zwangsarbeit-und-Folter-in-Libyen

Flüchtlinge in Libyen:
Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit

Das Hilfswerk Oxfam hat afrikanische Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa nach ihren Erlebnissen in Libyen befragt. Die Antworten sind bedrückend.
Flüchtlinge Libyen
Flüchtlinge an der libyschen Küste © Mahmud Turkia/AFP/Getty Images

Viele afrikanische Flüchtlinge in Libyen sind nach einer Studie des Hilfswerks Oxfam Gewalt ausgesetzt. Die Hilfsorganisation berief sich in ihrem Bericht auf Aussagen von 158 Geflüchteten auf Sizilien. Daraus ergebe sich „ein dramatisches Bild der Lage“. Demnach gehören Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit zum Alltag der Flüchtlinge.

Von 31 befragten Frauen gaben demnach alle bis auf eine an, Opfer sexueller Gewalt geworden zu sein. 74 Prozent aller befragten Flüchtlinge sagten, sie hätten Folter oder Mord an anderen Geflüchteten beobachtet, und 84 Prozent wurden nach eigener Aussage selbst Opfer körperlicher Gewalt oder Folter. Zudem gaben 80 Prozent an, ihnen sei in Libyen regelmäßig Nahrung und Wasser verweigert worden.

Mehrere Flüchtlinge wurden nach eigenen Angaben von Banden in unterirdischen Kerkern gefangen gehalten, um von Angehörigen Lösegeld zu erpressen. Ein senegalesischer Teenager habe berichtet, aus einer Zelle voller Leichen entkommen zu sein.

„Diese Aussagen zeichnen ein Bild der erschreckenden Umstände, denen Flüchtlinge und andere Migranten in Libyen ausgesetzt sind“, sagte der Geschäftsführer von Oxfam Italien, Roberto Barbieri. Die Aussagen seien „eine bittere Anklage gegen die Versuche der EU, Menschen von der Flucht vor Gewalt, Sklaverei und Tod abzuhalten“. Die Bedingungen für die betroffenen Menschen in Libyen seien unzumutbar. Auch die UN hatten kürzlich die Zustände in den libyschen Flüchtlingslagern alsmenschenunwürdig kritisiert.

Oxfam forderte von den EU-Staaten, Flüchtlingen in Libyen eine sichere Weiterreise nach Europa zu ermöglichen. Die EU könne beispielsweise „sichere Korridore“ schaffen, über die die Flüchtlinge nach Europa kommen und „ein faires und transparentes Asylverfahren“ erhalten könnten. Kürzlich hatte die EU den Export von Schlauchbooten nach Libyen eingeschränkt, um gefährliche Überfahrten zu verhindern.

Libyen ist eines der Haupttransitländer für Flüchtlinge aus Afrika auf ihrem Weg nach Europa. Das Land wird in weiten Teilen von bewaffneten Milizen kontrolliert, obwohl im vergangenen Jahr ein Versuch gestartet wurde, eine Einheitsregierung zu bilden. Forderungen nach der Einrichtung von Auffanglagern für Flüchtlinge in Libyen stoßen daher auf heftige Kritik.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-08/fluechtlinge-libyen-oxfam-bericht-vergewaltigung-zwangsarbeit

LIBYEN: BÜRGERKRIEG

Deutscher Minister: Libyen-Intervention war „großer Fehler“

Entwicklungsminister Gerd Müller: „Nach fünf Jahren stehen wir vor dem kompletten Desaster“

Entwicklungsminister Gerd Müller: „Nach fünf Jahren stehen wir vor dem kompletten Desaster“ Brüssel – Der deutsche Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die militärische Intervention in Libyen als Fehler bezeichnet. „In Libyen hat die Weltgemeinschaft große Fehler gemacht, indem Gaddafi weggebombt wurde“, sagte der Minister am Rande eines Treffens mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel. So sei der Einsatz nicht „weiterentwickelt“ worden, Milizen nicht entwaffnet, und es sei nicht in die Stabilisierung des Landes investiert worden. „Nach fünf Jahren stehen wir vor dem kompletten Desaster“, meinte Müller. Der Entwicklungsminister warnte zudem vor „einer humanitären Katastrophe“ in dem nordafrikanischen Land, wo sich nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bis zu eine Million Migranten aufhalten. – derstandard.at/2000054311564/Deutscher-Minister-Libyen-Intervention-wargrosser-Fehler

https://internationalesforumblog.wordpress.com/2017/08/09/die-westlichen-staaten-und-ihr-nato-buendnis-haben-aus-libyen-eine-hoelle-auf-erden-gemacht-ist-es-fair-jetzt-die-menschen-nicht-aufzunehmen-die-vor-dieser-hoelle-aus-vergewaltigungen-folter-u/

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