Assad hat nichts mit dem Giftgaseinsatz zu tun! Trump ließ Syrien mit Raketen beschießen, obwohl ihn sein Geheimdienst gewarnt hatte, dass sein Urteil falsch oder zumindest nicht gesichert ist. Nun droht die USA wieder mit Angriffen auf Syrien. Sie könnten auch zur Eskalation mit Russland führen. Der für seine mutigen Recherchen bekannte US-Journalist, Seymour M. Hersh, hat dem Angriff der USA mit seiner Recherche nun jede Legitimation entzogen! Er ist der bekannteste Investigativ-Journalist der USA. Hersh: „Einige Mitglieder der US-Armee und der US-Geheimdienste waren besonders verstört, dass der Präsident diese Hinweise einfach ignorierte: „Nichts davon macht Sinn“, schrieb ein Offizier seinen Kollegen, als er von der Entscheidung erfuhr, Syrien anzugreifen. „Wir WISSEN, dass es keinen Chemiewaffen-Angriff gab. Die Russen sind sauer, behaupten, wir hätten die entscheidenden nachrichtendienstlichen Informationen und wir wüssten die Wahrheit…“. Über den konventionellen Angriff der syrischen Luftwaffe am 4. April waren die USA vorab informiert worden. Binnen Stunden nach dem Anschlag am 4. April waren die Medien rund um den Globus voll von Fotos und Videos aus Chan Scheichun. Die Herkunft der Fotos war unklar – kein internationaler Beobachter hatte den Ort, an dem die Bombe einschlug, bis dahin inspiziert. Doch weltweit machte die Annahme sofort die Runde, dass es sich nur um den vorsätzlichen Einsatz des Nervengases Sarin handeln könne, angeordnet vom syrischen Präsident Baschar al-Assad. US-Präsident Trump bekräftigte diesen Verdacht, indem er wenige Stunden nach dem Angriff erklärte, Assads „abscheuliche Taten“ seien erst durch die „Schwäche und Unentschlossenheit“ der Obama-Regierung in Bezug auf den Einsatz von chemischen Waffen möglich geworden.“ Ein Bruch des Völkerrechts war der Angriff so oder so! Doch die westlichen Medien verhinderten, dass die Bürger der USA oder Großbritannien von dieser Recherche erfuhren. Die „Welt“ hat den Artikel jetzt aber veröffentlicht in Deutsch und auch in Englisch. Die neue Ankündigung der USA, auf Giftgaseinsatz mit Angriffen auf Syrien zu reagieren, ist geradezu eine Einladung an die verlierenden Parteien in Syrien einen Chemiewaffenvorfall selbst zu organisieren und Assad in die Schuhe zu schieben, um mit Hilfe der US-Armee den Krieg doch noch gewinnen zu können; auch wenn das in einem Weltkrieg enden könnte.

Vergeltungsschlag in Syrien. Trumps rote Linie

Von Seymour M. Hersh | Stand: 25.06.2017 | Lesedauer: 23 Minuten
Die Bilder aus dem Ort Chan Scheichun im Nordwesten Syriens, den Assad bombardieren ließ, zeigten ein verheerendes BildDie Bilder aus dem Ort Chan Scheichun im Nordwesten Syriens, den Assad bombardieren ließ, zeigten ein verheerendes Bild
Die Bilder aus dem Ort Chan Scheichun im Nordwesten Syriens, den Assad bombardieren ließ, zeigten ein verheerendes Bild

Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com/Shalan Stewart

Seymour M. Hersh, der bekannteste Investigativ-Journalist der USA, hat die Hintergründe von Donald Trumps Raketenangriff in Syrien durchleuchtet. Seine Erkenntnisse lassen Zweifel daran aufkommen, dass Assad eine Giftgas-Bombe einsetzte.

Am 6. April 2017 gab US-Präsident Donald Trump den Befehl, mehrere Dutzend Tomahawk-Marschflugkörper abzuschießen. Ziel war der syrische Stützpunkt Al-Schairat. Die Raketen schlugen in den frühen Morgenstunden ein. Es sollte ein Vergeltungsschlag sein – für den Angriff des Assad-Regimes auf die Rebellen-Hochburg Chan Scheichun. Bei dieser Operation, so erklärte Trump, sei tödliches Nervengift eingesetzt worden.

Dabei hatten die US-amerikanischen Nachrichtendienste den Präsidenten gewarnt: Es sei keinesfalls bewiesen, dass Assads Luftwaffe tatsächlich Chemiewaffen eingesetzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt deuteten die vorhandenen Informationen der Geheimdienste eher darauf hin, dass die syrische Luftwaffe am 4. April einen Dschihadisten-Treffpunkt ins Visier genommen hatte. Dafür hatten die Russen den Syrern extra eine spezielle Bombe zur Verfügung gestellt, eine „guided bomb“, eine gelenkte Bombe, die mit konventionellem Sprengstoff bestückt war. Die Amerikaner wussten darüber Bescheid. Denn schon Tage zuvor hatten russische Dienste die in Doha stationierten US-Militärs über einen bevorstehenden Angriff auf das Ziel informiert. Zu den wichtigsten Aufgaben der US-Basis in der Hauptstadt des Emirats Katar gehört es, Operationen der syrischen und russischen Luftstreitkräfte in den Kriegsgebieten Syrien und Irak mit denen der Amerikaner, der Kanadier und Australier abzustimmen.

Quelle: Infografik Die Welt

Einige Mitglieder der US-Armee und der US-Geheimdienste waren besonders verstört, dass der Präsident diese Hinweise einfach ignorierte: „Nichts davon macht Sinn“, schrieb ein Offizier seinen Kollegen, als er von der Entscheidung erfuhr, Syrien anzugreifen. „Wir WISSEN, dass es keinen Chemiewaffen-Angriff gab. Die Russen sind sauer, behaupten, wir hätten die entscheidenden nachrichtendienstlichen Informationen und wir wüssten die Wahrheit…“.

Binnen Stunden nach dem Anschlag am 4. April waren die Medien rund um den Globus voll von Fotos und Videos aus Chan Scheichun. In den sozialen Medien wurden Fotos und Videos toter oder sterbender Opfer verbreitet, die angeblich Symptome einer Nervengasvergiftung zeigten. Diese Bilder waren vor allem von Aktivisten vor Ort hochgeladen worden, so den „Weißhelmen“, einer Erste-Hilfe-Gruppe, von der bekannt ist, dass sie mit der syrischen Opposition eng verbunden ist.

Die Herkunft der Fotos war unklar – kein internationaler Beobachter hatte den Ort, an dem die Bombe einschlug, bis dahin inspiziert. Doch weltweit machte die Annahme sofort die Runde, dass es sich nur um den vorsätzlichen Einsatz des Nervengases Sarin handeln könne, angeordnet vom syrischen Präsident Baschar al-Assad. US-Präsident Trump bekräftigte diesen Verdacht, indem er wenige Stunden nach dem Angriff erklärte, Assads „abscheuliche Taten“ seien erst durch die „Schwäche und Unentschlossenheit“ der Obama-Regierung in Bezug auf den Einsatz von chemischen Waffen möglich geworden.

Trump hielt zum Entsetzen vieler erfahrener Mitglieder seines Sicherheitsapparats auch über die folgenden 48 Stunden an seiner Einschätzung fest – ungeachtet permanenter Hintergrundgespräche und laufender Entscheidungsprozesse.

Ich selbst habe eine Reihe von Interviews mit militärischen Beratern und Mitgliedern des Sicherheitsapparates geführt. Daraus wurde deutlich, dass es zwischen dem Präsidenten und vielen seiner militärischen Berater, den Experten der Nachrichtendienste sowie den Offizieren im Kampfgebiet eine tiefe Kluft gibt. Sie alle haben eine vollkommen andere Einschätzung des syrischen Angriffs auf Chan Scheichun als ihr Oberbefehlshaber, Präsident Trump.

Mir wurde zudem Beweismaterial zur Verfügung gestellt, das deutlich macht, wie groß mittlerweile der Abstand zwischen Trump und den US-Militärs ist, die für Operationen in Syrien verantwortlich sind. Es handelt sich dabei um das Protokoll eines Funkgesprächs, das ein US-amerikanischer Offizier unmittelbar nach dem Angriff auf Chan Scheichun führte. Auch über den Angriff der syrischen Luftwaffe am 4. April war er vorab informiert worden. Das geschah vor dem Hintergrund der sogenannten „Deconfliction“. Nach diesem Konzept der Konflikt-Entflechtung informieren sich die im regionalen Kampfgebiet eingesetzten russischen und amerikanischen Luftstreitkräfte jeweils vorab über geplante Flugrouten und Zielkoordinaten, um Kollisionen oder zufällige Begegnungen zu vermeiden (die Russen sprechen dabei für die syrische Armee).

Die Informationen werden täglich an die amerikanischen Überwachungsflugzeuge übermittelt. Diese Awacs-Maschinen (Airborne Warning and Control System) überwachen alle Flugzeuge, die gerade in der Luft sind. Der Erfolg und die Bedeutung dieser Konflikt-Entflechtungsstrategie zeigt sich schon an der Tatsache, dass es bisher noch keine Kollision oder auch nur einen Beinahe-Zusammenstoß zwischen den hochgerüsteten Überschall-Kampfjets der Amerikaner, Russen oder Syrer gegeben hat.

Seitdem die russischen Streitkräfte auf der Seite Assads in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen haben, gibt es diesen Deconfliction-Prozess. Sogar nachdem vergangene Woche ein US-F-18-Kampfjet in der Nähe von Rakka ein syrisches Kampfflugzeug abgeschossen hat und die Spannung in der Region steigt, geht dieser Prozess der gegenseitigen Information weiter, nachdem er vorübergehend eingestellt worden war.

Vor dem Angriff am 4. April hatten russische und syrische Luftwaffenoffiziere auch den Offizier an Bord der Awacs, der für den Deconfliction-Prozess zuständig war, über die Mission, die geplante Flugroute nach und von Chan Scheichun zurück, informiert – direkt und auf Englisch. Der Awacs-Jet befand sich zu dem Zeitpunkt des Angriffs nahe der türkischen Grenze, gut 100 Kilometer nördlich vom Angriffsziel entfernt.

Seymour Hersh gewann 1970 den Pulitzer-Preis für sein Buch über das My Lai-Massaker
Seymour Hersh gewann 1970 den Pulitzer-Preis für sein Buch über das My Lai-Massaker

Quelle: Getty Images/Getty Images North America

Das Ziel in Chan Scheichun, so wurde es den US-Amerikanern in Doha mitgeteilt, war ein zweistöckiges Haus im nördlichen Teil der Stadt. Ein führender und erfahrener Berater der US-Nachrichtendienste erklärte mir, dass russische Dienste immer dann mit Syrern und US-Amerikanern ihre Informationen teilten, wenn es der gemeinsame Kampf gegen dschihadistische Gruppen notwendig mache. Die russischen Geheimdienst-Informationen besagten, dass in dem Haus ein hochrangiges Treffen von Dschihadistenführern stattfinden würde. Repräsentanten von Ahrar al-Scham und der al-Qaida-nahen Gruppe, die vormals als Dschabhat al-Nusra bekannt war, würden daran teilnehmen. Die beiden Gruppen hatten sich kurz zuvor zusammengeschlossen und kontrollierten Stadt und Umgebung. Die Russen beschrieben das Gebäude als Kommandozentrum, in dessen Erdgeschoss ein Lebensmittelgeschäft und andere Einkaufsläden untergebracht waren, darunter ein Stoffladen und ein Geschäft für Elektronikartikel.

„Die Rebellen kontrollieren die Bevölkerung über die Verteilung von lebensnotwendigen Gütern – Essen, Wasser, Öl zum Kochen, Propangas, Düngemitteln für den Ackerbau und Insektenvertilgungsmittel –, eine Art syrischer Supermarkt“, sagte mir ein Experte, der heute die amerikanischen Nachrichtendienste berät und früher Führungspositionen im Verteidigungsministerium und der CIA innehatte. Er arbeitete sowohl für die frühere also auch für die jetzige US-Regierung, steht deshalb im permanenten Austausch mit den US-Nachrichtendiensten und ist im Detail über den Vorgang von Chan Scheichun informiert. Auch die WELT AM SONNTAG hat mit dem hochrangigen Experten gesprochen.

Der Keller diente als Lager für Raketen, Waffen und Munition sowie für Produkte, die kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden sollten, darunter Medikamente und Mittel auf Chlorbasis zur Reinigung Toter vor deren Beerdigung. Der Treffpunkt der Dschihadisten, eine Art regionales Hauptquartier, befand sich nach den Informationen des russischen Geheimdienstes im Stockwerk darüber. „Es handelte sich um einen etablierten Treffpunkt“, sagte mir der US-Sicherheitsberater. „Eine seit Langem bestehende Einrichtung mit Wachleuten, Waffen, Kommunikation, Akten und Kartenraum.“ Die Russen wollten ihre Informationen absichern und überwachten den Ort tagelang mithilfe einer Drohne. Es wurden Gespräche abgehört und der Ort genau beobachtet, um ein sogenanntes „pattern of life“ – ein POL, wie es Nachrichtendienstler nennen – zu erstellen. Zudem wollte man herausfinden, wer das Gebäude betrat, wer es verließ und welche Waffen hinein- und herausgeschafft wurden, einschließlich Raketen und Munition.

Die Russen warnten die USA vor der Attacke

Die Russen warnten Washington auch deshalb vor dem bevorstehenden Angriff, damit kein CIA-Informant, der möglicherweise die dschihadistische Führung infiltriert hatte, an dem Treffen teilnehmen würde und eventuell in Gefahr geraten könnte. Der Berater der US-Nachrichtendienste erklärte mir in einem unserer Hintergrundgespräche, dass die Russen die Warnung direkt an die CIA gegeben hätten: „Sie haben sich an die Spielregeln gehalten.“

Die Russen wiesen auch darauf hin, dass das Dschihadistentreffen zu einem Zeitpunkt stattfand, als die Opposition unter großem Druck stand: Allem Anschein nach suchten die islamistischen Kampfgruppen Dschabhat al-Nusra und Ahrar al-Scham verzweifelt nach einer passenden Strategie für das neue politische Klima. Denn in den letzten März-Tagen hatten Trump und zwei seiner wichtigsten nationalen Sicherheitsberater – der Außenminister Rex Tillerson und die UN-Botschafterin Nikki Haley – erklärt, das Weiße Haus sei, wie es die „New York Times“ ausdrückte, „vom Ziel abgerückt“, Druck auf Assad auszuüben, „damit der seine Macht aufgibt – ein radikaler Abschied von der Nahoststrategie, die die Obama-Regierung über fünf Jahre lang verfolgt hatte“. Der Pressesprecher des Weißen Hauses Sean Spicer verkündete am 31. März: „Es gibt eine politische Realität, die wir akzeptieren müssen.“ Womit er ausdrückte, dass man verstanden hatte, dass Assad keineswegs vorhat, seine Macht von sich aus abzugeben.

Bei dem Angriff auf Chan Scheichun sollte offenbar eine hochrangige Zielperson ausgeschaltet werden. Dies teilten russische und syrische Nachrichtendienste dem US-Militär in der Region vor dem Angriff deutlich mit. „Die Mission war äußerst ungewöhnlich. Sämtliche Ablaufpläne wurden plötzlich über den Haufen geworfen“, so der Berater. Jedem Einsatzoffizier in der Region – bei der Armee, der Luftwaffe, bei den Marines, der CIA und der NSA – habe klar gewesen sein müssen, dass da etwas Großes vor sich ging. „Die Russen gaben der syrischen Luftwaffe eine Lenkbombe – ein Ausnahmefall. Die Russen gehen sparsam mit ihren Lenkbomben um. Und die Syrer betrauten ihren besten Piloten mit der Mission.“ Die Informationen erhielten von den US-Nachrichtendiensten die höchste Einstufung.

Es gibt Richtlinien für das Verhalten der US-amerikanischen gegenüber den russischen Truppen in Syrien. Festgelegt wurden diese in der „Executive Order“ von den Stabschefs der US-Streitkräfte.

Es sei wie ein Einsatzbefehl, erklärte mir der US-Sicherheitsberater. „Wir teilen die Einsatzkontrolle nicht mit den Russen. Wir führen auch keine gemeinsamen Operationen mit ihnen durch und tun nichts, was ihre Einsätze direkt unterstützt. Aber Abstimmung ist erlaubt. Wir halten einander auf dem Laufenden über das Geschehen, und dazu gehört auch der Austausch von Geheimdienst-Informationen. Wenn wir einen heißen Tipp bekommen, der den Russen bei ihrer Mission helfen kann, dann fällt das unter die erlaubte Abstimmung. Und die Russen machen dasselbe für uns. Wenn wir einen heißen Tipp über ein Kommandozentrum erhalten“, fügte der Berater hinzu und bezog sich dabei auf das Ziel in Chan Scheichun, „dann tun wir, was wir können, damit sie gegen diese Einrichtung vorgehen können.“

Das Ziel in Chan Scheichun wurde am Morgen des 4. April um 6.55 Uhr getroffen, kurz vor Mitternacht Washingtoner Zeit. Die 500-Pfund-Bombe löste durch ihre Druck- und Hitzewelle weitere, kleinere Explosionen aus. Dabei entstand eine gewaltige giftige Wolke, die sich über der Stadt ausbreitete. Diese Wolke bestand aus freigesetzten Düngemitteln, Desinfektionsmitteln und anderen Stoffen, die im Keller gelagert worden waren. Dies geht aus einem Befund des US-Militärs hervor, einem sogenannten Battle Damage Assessment (BDA). Die Wirkung der Giftwolke wurde durch die dichte Morgenluft, die die Dämpfe nah am Boden hielt, noch verstärkt. Nach Einschätzung der Geheimdienste, so der US-Sicherheitsberater, wurden bei der Explosion bis zu vier Anführer der Dschihadisten getötet sowie eine unbekannte Zahl von Fahrern und Sicherheitskräften.

Wie viele Zivilpersonen durch die giftigen Gase umkamen, die offenbar erst durch die Folgeexplosionen freigesetzt wurden, ist unklar. Es gibt bislang keine bestätigten Zahlen, wenngleich Aktivisten der Opposition von mehr als 80 Toten sprachen. Ein Team von Ärzte ohne Grenzen, das die Opfer von Chan Scheichun in einem Krankenhaus etwa 60 Meilen nördlich behandelt hat, berichtete: „Acht Patienten zeigten Symptome – darunter verkleinerte Pupillen, Muskelkrämpfe und unwillkürliche Darmentleerung –, die darauf hindeuten, dass sie einem neurotoxischen Stoff wie Sarin-Gas oder etwas Ähnlichem ausgesetzt waren.“

Ein weiteres Team von Ärzte ohne Grenzen besuchte auch andere Krankenhäuser, in denen Opfer behandelt wurden, und stellte dabei fest: Die Patienten dort „rochen nach Bleichmittel, was nahelegte, dass sie Chlorgasen ausgesetzt waren.“ Alles deutet darauf hin, dass mehr als eine Chemikalie durch die Explosion freigesetzt wurde und für die beobachteten Symptome verantwortlich war, unter anderem Chlorgas und Organophosphate, wie sie in Düngemitteln vorkommen. Sie können ähnliche neurotoxische Symptome verursachen wie Sarin.

Das Ziel des US-Angriffs: Ein wichtiger Militärflughafen südlich von Homs. Der Schaden für Assad blieb aber gering
Das Ziel des US-Angriffs: Ein wichtiger Militärflughafen südlich von Homs. Der Schaden für Assad blieb aber gering

Quelle: AP Photo/HM BH

Das Internet reagierte schnell. Grauenhafte Bilder von den Opfern überfluteten die Fernsehnachrichten und YouTube nur Stunden nach dem Bombenabwurf. Auch die US-Nachrichtendienste versuchten, herauszufinden, was passiert war. Dafür werteten sie auch den Mitschnitt eines syrischen Funkspruchs aus, den ein verbündeter Nachrichtendienst vor dem Angriff aufgezeichnet hatte. Dieser Mitschnitt hatte offenbar eine besonders starke Wirkung auf einige von Trumps Mitarbeitern, obwohl darin weder explizit Nervengas noch Sarin genannt wurden. Allerdings spricht darin ein syrischer General von einer „speziellen“ Waffe und der Notwendigkeit, die Mission von einem besonders gut ausgebildeten Piloten fliegen zu lassen.

Er bezog sich dabei – und das war den US-amerikanischen Nachrichtendiensten klar, aber den unerfahrenen Mitarbeitern und Familienmitgliedern in Trumps Umgebung vermutlich nicht – auf eine von den Russen zur Verfügung gestellte Bombe mit einem eingebauten Leitsystem. „Wenn man allerdings schon davon überzeugt ist, dass es sich um einen Gas-Angriff gehandelt hat, dann interpretiert man ein Gespräch über eine spezielle Waffe unvermeidlich als eine Unterhaltung über eine Sarin-Bombe“, sagte mir der Berater der US-Regierung. „Haben die Syrer einen Angriff auf Chan Scheichun geplant? Unbedingt. Haben wir Mitschnitte, um das zu beweisen? Unbedingt. Planten sie den Einsatz von Sarin? Nein. Aber der Präsident sagte nicht: ‚Wir haben ein Problem, lasst es uns untersuchen.‘“ Der Präsident wolle einfach immer beweisen, so der Berater, dass er der „tough guy“, der harte Typ, sei.

Bei den Vereinten Nationen löste die US-amerikanische Botschafterin Nikki Haley am nächsten Tag eine Sensation in den Medien aus, als sie Fotos der Toten präsentierte und Moskau beschuldigte, eine Mitschuld zu tragen. „Wie viele Kinder müssen noch sterben, bevor Russland sich dafür interessiert?“, fragte sie. NBC zitierte am gleichen Tag Quellen aus der US-Regierung, die den Einsatz von Nervengas bestätigten. Die UN-Botschafterin Haley machte schließlich Präsident Assad direkt für den Angriff verantwortlich: „Wir wissen, dass der gestrige Angriff selbst für das barbarische Assad-Regime einen neuen Tiefpunkt darstellt.“

Auf den Angriff angesprochen, sagte mir der Sicherheitsberater: „Das war kein Angriff mit chemischen Waffen. Das ist ein Märchen.“

In Haleys Schuldzuweisungen gegen Russland lag eine gewisse Ironie, so der US-Regierungsberater: „Wenn es einen syrischen Giftgas-Angriff gegeben hätte, der von Baschar angeordnet gewesen wäre, dann wären die Russen noch zehnmal mehr verärgert gewesen als irgendwer im Westen. Russlands Strategie gegen den IS, die auf die amerikanische Kooperation angewiesen ist, wäre zerstört worden. Baschar hätte mit einer solchen Aktion die Russen stinksauer gemacht, mit unabsehbaren Folgen für den Diktator. Hätte Baschar das getan, wenn er kurz davor ist, den Krieg zu gewinnen? Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?“

Unsichere Faktenlage nach dem Angriff

Donald Trump, der unaufhörlich Nachrichtensendungen im Fernsehen anschaut, sagte einen Tag nach dem Angriff auf Chan Scheichun den Reportern des Pressepools im Weißen Haus, was geschehen sei, wäre „schrecklich, schrecklich“ und „ein fürchterlicher Affront gegen die Menschlichkeit“. Als er gefragt wurde, ob seine Regierung ihre Politik gegenüber Assad ändern würde, sagte er: „Das werden Sie noch sehen.“ Während einer Pressekonferenz anlässlich eines Staatsbesuchs des jordanischen Königs Abdullah deutete er kurz darauf eine mögliche Antwort an: „Wenn Sie unschuldige Kinder töten, unschuldige Babys – Babys, kleine Babys – mit einem chemischen Gas, das so tödlich ist… damit wurden viele, viele Linien überschritten, weit über eine rote Linie hinweg… Dieser Angriff auf Kinder gestern hat mich sehr betroffen gemacht. Sehr betroffen… Es ist gut möglich, dass meine Haltung gegenüber Syrien und Assad sich sehr verändert hat.“

Bereits wenige Stunden nachdem er die Fotos gesehen hatte, habe Trump den nationalen Verteidigungsapparat mit der Planung eines Vergeltungsschlages gegen Syrien beauftragt, so der US-Sicherheitsberater. „Er tat dies, bevor er überhaupt mit irgendjemandem darüber gesprochen hatte. Die Planer fragten dann bei CIA und DIA nach, ob es irgendeinen Beweis dafür gebe, dass Assad in einem der nahe gelegenen Flughäfen oder irgendwo in der Gegend Sarin lagern würde. Sein Militär müsste es irgendwo in der Gegend haben, um damit bomben zu können.“

Die Antwort sei gewesen: „Wir haben keinen Beweis dafür, dass Syrien Sarin hatte oder einsetzte“, so der Informant weiter. „Die CIA hat ihm auch mitgeteilt, dass es keine Reste von Sarin in Al-Schairat (dem Flugplatz, von dem die syrischen Su-24-Bomber am 4. April gestartet waren) gab und dass Assad kein Motiv hätte, politischen Selbstmord zu begehen.“ Allen Beteiligten, vielleicht mit Ausnahme des Präsidenten, war klar, dass ein hoch spezialisiertes UN-Team nach dem mutmaßlichen Sarin-Angriff 2013 durch  Syrien mehr als ein Jahr damit verbracht hatte, alle chemischen Waffen aus einem Dutzend syrischer Chemiewaffenlager zu entfernen.

Zu diesem Zeitpunkt sollen die Sicherheitsberater des Präsidenten zutiefst erschüttert gewesen sein: „Niemand wusste, woher die Fotos kamen. Wir wussten nicht, wer die Kinder waren und wie sie verletzt wurden. Sarin ist tatsächlich sehr leicht nachzuweisen, weil es sich zum Beispiel in Wandfarbe festsetzt. Alles, was man benötigt, ist eine Farbprobe. Wir wussten, es hatte eine Wolke gegeben, und diese Wolke hat Menschen verletzt. Aber man kann daraus nicht einfach ableiten, dass Assad Sarin vor den UN versteckt hat, weil er es in Chan Scheichun einsetzen wollte“, erklärte der Informant.

Die Bilder aus dem Ort Chan Scheichun im Nordwesten Syriens, den Assad bombardieren ließ, zeigten ein verheerendes Bild
Die Bilder aus dem Ort Chan Scheichun im Nordwesten Syriens, den Assad bombardieren ließ, zeigten ein verheerendes Bild

Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com/Shalan Stewart

Der US-Geheimdienst stellte klar, dass der Su-24-Jagdbomber der syrischen Luftwaffe eine konventionelle Bombe benutzt hatte, um sein Ziel zu treffen. Ein chemischer Gefechtskopf war nicht nachweisbar. Doch Trump ließ sich nicht beirren. Nachdem der Präsident sich einmal festgelegt hatte, konnten ihn die Experten trotz der Erkenntnisse nicht mehr überzeugen. „Der Präsident hatte die Bilder der vergifteten kleinen Mädchen gesehen und sagte, es wäre eine von Assads Gräueltaten,“ so der Sicherheitsberater. „Das ist typisch für die menschliche Natur. Man zieht voreilig die Schlüsse, die man ziehen will. Die Analysten der Nachrichtendienste diskutieren nicht mit dem Präsidenten. Ein Analyst wird dem Präsidenten nicht sagen: ‚Wenn Sie die Informationen in dieser Weise interpretieren, kündige ich.‘“

Die nationalen Sicherheitsberater wussten um ihr Dilemma: Trump wollte auf diesen syrischen Affront gegen die Menschlichkeit antworten. Er wollte auf keinen Fall davon abgebracht werden. Sie hatten es mit einem Mann zu tun, den sie weder für unfreundlich noch für dumm hielten, aber wenn es um Entscheidungen für die nationale Sicherheit ging, war sein Horizont ausgesprochen beschränkt.

„Jeder, der ihm nahesteht, weiß um seine Neigung zu überstürztem Handeln, wenn er die Tatsachen nicht kennt,“ sagte der Sicherheitsberater. „Er liest nichts und hat kaum Geschichtskenntnisse. Er verlangt mündliche Briefings und Fotos. Er ist ein Hasardeur. Die Konsequenzen von Fehlentscheidungen in der Wirtschaftswelt kann er akzeptieren, er verliert einfach nur Geld. Aber in unserer Welt sterben Menschen, und es führt zu langfristigen Schäden für unsere nationale Sicherheit, wenn er sich irrt. Ihm wurde gesagt, dass wir keine Beweise für einen syrischen Einsatz von Chemiewaffen hätten, und trotzdem sagte Trump: ‚Tut es.‘“

Am 6. April berief Trump eine Sitzung der nationalen Sicherheitsberater in seiner Erholungsresidenz Mar-a-Lago in Florida ein. Bei dem Treffen ging es nicht darum zu entscheiden, was zu tun sei, sondern wie es am besten getan werden konnte. Viele Berater wollten angesichts der Zweifel das Geringstmögliche tun und gleichzeitig Trump zufriedenstellen. „Der Boss wusste vor dem Treffen, dass sie keine Geheimdienstinformationen hatten, aber darum ging es gar nicht,“ so der Informant. „In dem Treffen ging es nur um ‚Das werde ich tun‘ und darum, ihm dann die Möglichkeiten zu zeigen.“

Planungen für die „Gorilla-Option“

Die vorhandenen Geheimdienstinformationen waren nicht mehr relevant. Der erfahrenste Mann am Tisch war Verteidigungsminister James Mattis, ein pensionierter General des Marine Corps. Er genoss den Respekt des Präsidenten und wusste vermutlich, wie schnell er diesen Respekt wieder verlieren könnte. Mike Pompeo, der CIA-Direktor, war nicht zugegen. Seine Behörde hatte die ganze Zeit berichtet, dass es keine Beweise für eine syrische Chemiebombe gebe. Außenminister Rex Tillerson galt als Arbeitstier, der lange im Büro blieb und und unermüdlich diplomatische Telegramme und Berichte las. Aber er wusste wenig über Kriegsführung und darüber, was es bedeutete, einen Bombenangriff zu führen.

Die Anwesenden waren unter Druck. „Der Präsident war durch die Katastrophe emotional aufgewühlt und verlangte Vorschläge”, so der Informant. Am Ende legte man ihm vier Vorschläge auf den Tisch. Vorschlag eins war, gar nichts zu machen. Doch allen Beteiligten, so der Sicherheitsberater, sei klar gewesen, dass das keine ernst zu nehmende Option war. Vorschlag zwei war ein Klaps auf die Finger mit einem Bombenangriff auf einen Flugplatz, aber erst, nachdem man die Russen und dadurch die Syrer informiert hatte, um zu viele Tote zu vermeiden. Ein paar der Planer bezeichneten diesen Vorschlag als „Gorilla-Option“: Amerika konnte drohen und sich auf die Brust trommeln, Angst verbreiten und Entschlossenheit demonstrieren. Große Schäden würde dieser Schlag aber nicht verursachen.

Die dritte Option war, ein Angriffspaket zu verabschieden, das Obama im Jahr 2013 vorgelegt worden war und das dieser letztlich nicht umgesetzt hatte. Dieser Plan sah eine massive Bombardierung der wichtigsten syrischen Luftwaffenstützpunkte und der Kommando- und Kontrollzentralen durch B-1- und B-52-Bomber vor, die von ihren Stützpunkten in Amerika aus starten würden. Option vier war die „Enthauptung“: Sie sah vor, Assad und seine Komandozentralen durch die Bombardierung seines Palasts in Damaskus und aller möglichen Untergrundbunker zu beseitigen, in die er sich in der Not zurückziehen könnte.

„Trump lehnte Vorschlag eins rundheraus ab“, sagte der Sicherheitsberater, und die Tötung von Assad wurde niemals in Betracht gezogen. „Aber im Prinzip sagte er: ,Sie sind das Militär, und ich möchte ein militärisches Vorgehen.‘“ Ursprünglich war der Präsident auch dagegen, die Russen bei einem Angriff vorzuwarnen, aber letztlich hat er es widerstrebend akzeptiert. „Wir gaben ihm die Goldlöckchen-Option – wie in dem englischen Märchen, in dem der Brei nicht zu heiß, nicht zu kalt, sondern genau richtig sein sollte.“

Fast die Hälfte der Raketen verfehlte ihr Ziel

Während der Diskussion kam es zu bizarren Situationen. Tillerson fragte, warum der Präsident nicht einfach alle B-52-Bomber zusammenrufen und den Luftwaffenstützpunkt pulverisieren würde. Ihm wurde erklärt, dass die B-52-Bomber durch Boden-Luft-Raketen (surface-to-air missiles – SAM) gefährdet seien und für ihren Einsatz Feuerschutz benötigten. „Was bedeutet das?“, habe Tillerson gefragt. Nun, Sir, sei ihm gesagt worden, „das bedeutet, dass wir die modernisierten SAM-Stützpunkte entlang der Flugroute der B-52er zerstören müssten. Die sind mit russischen Soldaten bemannt, und dann stünden wir vermutlich einer wesentlich schwierigeren Situation gegenüber.“

Trump entschied sich also für Option Nummer zwei. 59 Tomahawk-Raketen wurden von zwei US-Navy-Zerstörern, der „Ross“ und der „Porter“, die sich auf Patrouille im Mittelmeer befanden, abgefeuert. Sie trafen den Al-Schairat-Luftwaffenstützpunkt in der Nähe der von Regierungstruppen kontrollierten Stadt Homs. Der Angriff war so erfolgreich wie erhofft – zumindest was das Ziel anging, möglichst wenig Schaden anzurichten. Die Raketen waren mit verhältnismäßig wenig Sprengstoff ausgestattet – knapp 100 Kilogramm HBS, die moderne Militärversion von TNT. Die Benzinlager des Flugfelds, eines der Hauptziele, seien pulverisiert worden, so der Informant. Sie lösten riesige Feuer- und Rauchwolken aus, die die Lenksysteme der später ankommenden Raketen störten. 24 Raketen verfehlten ihr Ziel. Nur ein paar Raketen brachen tatsächlich in die Hangars ein und zerstörten neun syrische Flugzeuge, deutlich weniger als von der Trump-Regierung angegeben.

Mir wurde gesagt, dass keines der Flugzeuge betriebsbereit gewesen sei. Solche beschädigten Flugzeuge werden von der Luftwaffe Hangar-Königinnen genannt. „Sie waren Opferlämmer“, sagte der Sicherheitsberater des Weißen Hauses. Das wichtigste Personal und fast alle Einsatzflugzeuge waren bereits Stunden vor dem Angriff zu benachbarten Stützpunkten geflogen worden. Die beschädigten Landebahnen und Parkplätze für die Flugzeuge wurden nach dem Angriff innerhalb von acht Stunden repariert und konnten wieder in Betrieb genommen werden. Alles in allem war es kaum mehr als ein ziemlich teures Feuerwerk.

„Es war von vorn bis hinten eine reine Trump-Show“, bilanziert der Berater des Weißen Hauses die Aktion. „Einige hochrangige Sicherheitsberater des Präsidenten betrachteten die ganze Sache als Schadensbegrenzung einer Fehlentscheidung des Präsidenten. Diese Entscheidung mussten sie umsetzen, dazu fühlten sie sich verpflichtet. Ich glaube aber nicht, dass unsere nationalen Sicherheitsleute sich noch einmal in solch eine schlechte Entscheidung hineinziehen lassen werden. Hätte Trump sich für den dritten Vorschlag und damit einen sehr weitreichenden Angriff entschieden, wäre es vermutlich sofort zu einigen Rücktritten gekommen.“

Die Presse feierte den Luftschlag

Nach dem Treffen, als die Raketen schon auf dem Weg waren, richtete Trump von Mar-a-Lago aus eine Ansprache an die Nation. Er beschuldigte Assad, Nervengas eingesetzt zu haben, um das Leben von hilflosen Männern, Frauen und Kindern zu beenden: „Es war für so viele ein langsamer und brutaler Tod … Kein Kind Gottes sollte so etwas Schreckliches erleben.“

Die nächsten Tage waren seine bisher erfolgreichsten als Präsident. Amerika sammelte sich hinter seinem obersten Befehlshaber, so wie immer in Kriegszeiten. Trump, der sich im Wahlkampf für Frieden mit Assad starkgemacht hatte, bombardierte Syrien elf Wochen nach der Amtsübernahme und wurde dafür von Republikanern, Demokraten und den Medien gleichermaßen gefeiert.

Der Fernsehmoderator Brian Williams war von den Bildern der aufsteigenden „Tomahawks“ so beeindruckt, dass er in einer MSNBC-Sendung einen Vers aus einem Song von Leonard Cohen zitierte: „I am guided by the beauty of our weapons“ – wunderschöne Waffen im Kampf gegen Assad. Und Fareed Zakaria, ein bekannter Journalist und Experte für Außenpolitik, erklärte: „Ich glaube, Donald Trump wurde vergangene Nacht Präsident der Vereinigten Staaten.“ In 39 der 100 wichtigsten amerikanischen Zeitungen erschienen danach Kommentare, in denen die Bombardierung gutgeheißen wurde, darunter in der „New York Times“, der „Washington Post“ und dem „Wall Street Journal“.

Fünf Tage später rief die Trump-Regierung die nationale Presse zu einem Hintergrundgespräch über die syrische Operation zusammen. Die Background-Konferenz wurde von einem ranghohen Vertreter des Weißen Hauses geleitet. Sein Name durfte nicht veröffentlicht werden.

US-Präsident Trump lässt sich von seinen Sicherheitsberatern in seiner Residenz in Florida über den Erfolg des Militärschlags auf den Flughafen unterrichten
US-Präsident Trump lässt sich von seinen Sicherheitsberatern in seiner Residenz in Florida über den Erfolg des Militärschlags auf den Flughafen unterrichten

Quelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/AP Content

Die Essenz dieses Informationsgesprächs war: Russlands hitzige und andauernde Leugnung der Nutzung jeglichen Sarins während der Bombardierung von Chan Scheichun sei eine Lüge, weil Präsident Trump gesagt habe, es sei Sarin eingesetzt worden. Diese Behauptung wurde durch die anwesenden Reporter weder infrage gestellt noch diskutiert. Der Einsatz von Sarin wurde einfach angenommen – und zum Fundament für weitere Kritik:

– Die fortlaufenden Lügen über den Einsatz von Sarin durch die Syrer bedeuteten, dass die Russen möglicherweise beschlossen hätten, bei einer korrupten Desinformations- und Vertuschungskampagne der Syrer mitzumachen.

– Russlands Streitkräfte waren mit syrischen Streitkräften zusammen am Al-Schairat-Luftwaffenstützpunkt stationiert (wie überall in Syrien). Dies würde nahelegen, dass die Russen vorher bereits über den geplanten Einsatz von Sarin in Chan Scheichun Bescheid wussten und nichts dagegen unternahmen.

– Syriens angeblicher Sarin-Einsatz und Russlands Verteidigung der Assad-Regierung ließen den klaren Eindruck entstehen, dass Syrien Vorräte des Nervengifts vor der UN-Abrüstungsmannschaft versteckt hatte. Diese hatte einen Großteil des Jahres 2014 damit zugebracht, alle deklarierten Chemiewaffen aus zwölf Chemiewaffenlagern zu untersuchen und zu beseitigen. Diese UN-Inspektion war Ergebnis einer Vereinbarung, die die Obama-Regierung mit Russland ausgehandelt hatte, nachdem Syrien angeblich, aber tatsächlich immer noch unbewiesen, im Jahr zuvor Sarin gegen einen Rebellenstützpunkt in einem Vorort von Damaskus eingesetzt hatte.

Man muss dem Berichterstatter des Weißen Hauses zugutehalten, dass er sehr sorgfältig darauf geachtet hat, während des 30-minütigen Events mindestens zehnmal die Worte „denken“, „nahelegen“und „glauben“ zu verwenden. Aber er sagte auch, dass seine Informationen auf Datenmaterial basierten, das durch „unsere Kollegen von den Geheimdiensten“ freigegeben worden sei. Was er dabei nicht sagte und vielleicht nicht einmal wusste, war, dass ein Großteil der Geheimdienste-Informationen das Gegenteil hervorhob. Nämlich dass es keine Beweise dafür gebe, dass Syrien bei der Bombardierung am 4. April Sarin eingesetzt hatte.

„Trump ist unfähig, seinen Fehler zuzugeben“

Die meisten Zeitungen und TV-Sender reagierten, wie vom Weißen Haus erhofft. Berichte, in denen Russland für eine Vertuschung von Syriens Sarin-Einsatz angegriffen wurde, beherrschten die Nachrichten. Die „New York Times“ zum Beispiel – Amerikas führende Zeitung – titelte: „Das Weiße Haus bezichtigt Russland der Vertuschung des syrischen Chemiewaffenangriffs“. Der Bericht der „Times“ erwähnte das russische Dementi, aber was der Berichterstatter des Weißen Hauses vorher noch als „freigegebene Information“ bezeichnet hatte, wurde jetzt zu einem „freigegebenen Bericht des Geheimdienstes“ hochgeschrieben. Es gab aber keinen offiziellen Bericht der Geheimdienste, in dem gestanden hätte, dass Syrien Sarin eingesetzt hatte.

Gegen Ende April rückte die Krise in den Hintergrund, während Russland, Syrien und die Vereinigten Staaten sich weiterhin darauf konzentrierten, den IS und die Milizen von al-Qaida zu vernichten. Einige von denen, die bei der Krise im Weißen Haus dabei waren, wurden jedoch weiterhin von Albträumen geplagt. „Die Salafisten und Dschihadisten hatten alles erreicht, was sie mit ihrem hochgeputschten Märchen vom syrischen Nervengas erreichen wollten,“ erzählte mir der Informant und bezog sich dabei auf das Aufflammen der Spannungen zwischen Syrien, Russland und Amerika. „Was passiert, wenn es noch eine Falschmeldung über einen Sarin-Angriff gibt, der dem verhassten Syrien angehängt wird? Glauben Sie ja nicht, dass die Typen nicht schon den nächsten vorgetäuschten Angriff planen. Trump hätte dann keine Wahl, als erneut mit Bomben zu antworten, und diesmal noch härter. Er ist unfähig, zuzugeben, dass er einen Fehler gemacht hat.“

Das Weiße Haus hat auf mehrere Anrufe und schriftliche Fragen zu den Vorgängen in Chan Scheichun und Al-Scheirat bis zum Redaktionsschluss nicht reagiert.

Kritiker im Nebel: die fehlgeleitete Debatte um den Syrien-Text von Seymour Hersh in der WamS

Seymour Hersh (l.), Welt am Sonntag-Chefredakteur Peter Huth: umstrittenes Syrien-Stück
Seymour Hersh (l.), Welt am Sonntag-Chefredakteur Peter Huth: umstrittenes Syrien-Stück

In der vergangenen Ausgabe veröffentlichte die Welt am Sonntag einen langen Text des Pulitzer-Preisträgers Seymour Hersh zu dem angeblichen Giftgasangriff des syrischen Regimes auf die Stadt Chan Scheichun vom 4. April. Der Text, in dem die offizielle Sichtweise eines Sarin-Giftgasangriffs bezweifelt wird, wurde schnell als krude und zweifelhaft bezeichnet. In einigen Punkten machen es sich die Kritiker an Hersh und der WamS aber zu einfach.

Seymour Hersh ist eine Ikone des internationalen Enthüllungsjournalismus. Er hat für die New York Times geschrieben, für den New Yorker und den London Review of Books. Zu seinen herausragenden Verdiensten zählt u.a. die Enthüllung von Kriegsverbrechen der US-Armee während des Vietnamkriegs (Massaker von My Lai) und die Aufdeckung von Foltermethoden der US-Armee im irakischen Abu Ghuraib während des Dritten Golfkriegs. Dass Hersh ein langes Investigativ-Stück exklusiv für die Welt am Sonntag schreibt (Link zur frei zugänglichen englischen Version), ist für die Springer-Zeitung zu allererst einmal ein Scoop. Chefredakteur Peter Huth thematisiert die Story denn auch im Editorial: „Nach seinen Informationen war die erste Attacke kein Giftgasangriff, sondern ein abgestimmter konventioneller Schlag gegen ein Treffen einer Al-Qaida-nahen Terrorgruppe.“ Laut Hershs Quellen hätten Berater US-Präsident Trump von dem Gegenschlag mit den Tomahawk-Marschflugkörpern abbringen wollen, da sie Zweifel an der Giftgas-Version des Angriffs gehabt hätten.

Das ist starker Tobak und widerspricht so ziemlich allen offiziellen Lesarten des Angriffs. Die Kritik an dem Stück ließ nicht lange auf sich warten. Hersh war wegen seiner Methoden schon immer umstritten, in den vergangenen Jahren ist die Kritik an seiner Arbeit noch gewachsen. Das liegt u.a. auch daran, dass er viel auf anonyme Quellen setzt – so auch im Fall des WamS-Artikels. Außerdem wird Hersh hier vorgeworfen, wichtige Erkenntnisse zu dem angeblichen Giftgasangriff ignoriert zu haben, vor allem den Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), die bei einer Untersuchung von Leichen das Giftgas Sarin zweifelsfrei nachgewiesen haben will.

Mathieu von Rohr, stellvertretender Auslandsressortleiter des Spiegel, bezeichnete den Text bei Facebook öffentlich als „höchst zweifelhaft“ und „Peinlichkeit“. Die britische Investigativseite Bellingcat, die von Eliot Higgins betrieben wird, und der „Faktenfinder“ der ARD-„Tagesschau“kritisieren das Hersh-Stück auch wegen der vermeintlichen Defizite anonyme Quellen und fehlende Beweise. Im Netz finden sich noch weitere Stimmen namhafter Journalisten, die den Text als kruden Unsinn abtun.

Was die Kritiker übersehen oder bewusst außen vorlassen: Die Quellenlage des Artikels wird von der WamS selbst in einem begleitenden Text von Dirk Laabs durchaus thematisiert. Laabs schreibt in dem Text „Im Nebel des Krieges“ (Link führt zur frei zugänglichen englischen Version):

Kein Informant, der aktiv in einer Regierung arbeitet, kann allerdings unter seinem Namen geheime Informationen preisgeben, ohne sich zu gefährden – das ist in Deutschland nicht anders. Hersh hat seine Quellen gegenüber der Welt am Sonntag offengelegt. In seinem Text bleiben sie anonym. Die Redaktion dieser Zeitung konnte sich selbst einen Eindruck vom Thema verschaffen, weil sie mit der zentralen Quelle von Hersh gesprochen hat.

Das wäre dann ja ein journalistisch sauberes und sehr sorgfältiges Vorgehen. In dem begleitenden Stück wird auch die Rolle der OPCW-Untersuchung erwähnt und kritisch gewürdigt. Die Leichen, deren Obduktion den Sarin-Einsatz nachgewiesen haben soll, wurden laut Darstellung in der WamS von einer nicht genannten NGO der Türkei übergeben. Dort fanden die Obduktionen statt. Mit anderen Worten: OPCW-Leute waren nicht in Syrien vor Ort, Zweifel an den Oduktionsergebnissen könnten erlaubt sein. Es wird auch erklärt, wie es dazu kam, dass Hersh die Story in der WamS veröffentlichte und nicht etwa im London Review of Books:

Den vorliegenden Artikel hatte Hersh auch dem London Review of Books angeboten – dort lehnte man ihn ab, so Hersh. Die Redaktion erklärte ihm, man mache sich Sorgen, dass das Magazin dafür kritisiert werden könnte, einen Artikel zu veröffentlichen, der zu sehr die Sichtweise der russischen und der syrischen Regierung vertrete. Hersh wandte sich daraufhin an Stefan Aust, den Herausgeber der Welt am Sonntag, den er seit Langem kennt. Er habe da eine wichtige Geschichte, die richtig erzählt werden müsse, da ein US-Präsident einen Militärschlag angeordnet habe, obwohl die Nachrichtendienste ihn über die unklare Lage informiert hätten.

Für die Kritik an Hersh bemüht der ARD-„Faktenfinder“ zum Schluss noch den amerikanischen Journalisten James Kirchick, der Hersh auch vorwerfe, keine zuverlässigen Quellen zu besitzen. Es sei sehr beunruhigend, dass eine angesehene deutsche Zeitung wie Die Welt am Sonntag Hershs „wilde Vorstellungen“ veröffentliche. Wo Kirchick diese Aussagen tätigt, verschweigt der „Faktenfinder“ allerdings. Bemerkenswert für ein Stück, in dem es darum geht, dass fehlende Quellenangaben angeprangert werden.

Auch dass der „Investigativjournalist“ und Hersh-Kritiker Higgins selbst in seinen Methoden durchaus umstritten ist, wird beim „Faktenfinder“ nicht weiter thematisiert. Dass die Fakten-Aufklärer zudem den begleitenden Text zu dem Hersh-Stück bei ihrer Kritik ignorierten oder übersehen haben, trägt nicht dazu bei, dass man klarer sieht. Im Nebel des Krieges fällt die Orientierung schwer. Gleiches gilt aber leider auch manchmal für die Nebel der Kritik.

Trump‘s Red Line

Von Seymour M. Hersh | Stand: 25.06.2017 | Lesedauer: 24 Minuten
Retaliation: Tomahawk missiles from the "USS Porter" on the way to the Shayrat Air Base on April 6, 2017Retaliation: Tomahawk missiles from the "USS Porter" on the way to the Shayrat Air Base on April 6, 2017
Retaliation: Tomahawk missiles from the „USS Porter“ on the way to the Shayrat Air Base on April 6, 2017

Quelle: picture alliance / Robert S. Pri/dpa Picture-Alliance / Robert S.

President Donald Trump ignored important intelligence reports when he decided to attack Syria after he saw pictures of dying children. Seymour M. Hersh investigated the case of the alleged Sarin gas attack.
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On April 6, United States President Donald Trump authorized an early morning Tomahawk missile strike on Shayrat Air Base in central Syria in retaliation for what he said was a deadly nerve agent attack carried out by the Syrian government two days earlier in the rebel-held town of Khan Sheikhoun. Trump issued the order despite having been warned by the U.S. intelligence community that it had found no evidence that the Syrians had used a chemical weapon.

The available intelligence made clear that the Syrians had targeted a jihadist meeting site on April 4 using a Russian-supplied guided bomb equipped with conventional explosives. Details of the attack,  including information on its so-called high-value targets, had been provided by the Russians days in advance to American and allied military officials in Doha, whose mission is to coordinate all U.S., allied, Syrian and Russian Air Force operations in the region.

Some American military and intelligence officials were especially distressed by the president’s determination to ignore the evidence. „None of this makes any sense,“ one officer told colleagues upon learning of the decision to bomb. „We KNOW that there was no chemical attack … the Russians are furious. Claiming we have the real intel and know the truth … I guess it didn’t matter whether we elected Clinton or Trump.“

Within hours of the April 4 bombing, the world’s media was saturated with photographs and videos from Khan Sheikhoun. Pictures of dead and dying victims, allegedly suffering from the symptoms of nerve gas poisoning, were uploaded to social media by local activists, including the White Helmets, a first responder group known for its close association with the Syrian opposition.

Seymour M. Hersh exposed the My Lai Massacre in Vietnam 1968. He uncovered the abuses at Abu Ghraib prison in Iraq and many other stories about war and politics
Seymour M. Hersh exposed the My Lai Massacre in Vietnam 1968. He uncovered the abuses at Abu Ghraib prison in Iraq and many other stories about war and politics

Quelle: Getty Images/Getty Images North America

The provenance of the photos was not clear and no international observers have yet inspected the site, but the immediate popular assumption worldwide was that this was a deliberate use of the nerve agent sarin, authorized by President Bashar Assad of Syria. Trump endorsed that assumption by issuing a statement within hours of the attack, describing Assad’s „heinous actions“ as being a consequence of the Obama administration’s „weakness and irresolution“ in addressing what he said was Syria’s past use of chemical weapons.

To the dismay of many senior members of his national security team, Trump could not be swayed over the next 48 hours of intense briefings and decision-making. In a series of interviews, I learned of the total disconnect between the president and many of his military advisers and intelligence officials, as well as officers on the ground in the region who had an entirely different understanding of the nature of Syria’s attack on Khan Sheikhoun. I was provided with evidence of that disconnect, in the form of transcripts of real-time communications, immediately following the Syrian attack on April 4. In an important pre-strike process known as deconfliction, U.S. and Russian officers routinely supply one another with advance details of planned flight paths and target coordinates, to ensure that there is no risk of collision or accidental encounter (the Russians speak on behalf of the Syrian military). This information is supplied daily to the American AWACS surveillance planes that monitor the flights once airborne. Deconfliction’s success and importance can be measured by the fact that there has yet to be one collision, or even a near miss, among the high-powered supersonic American, Allied, Russian and Syrian fighter bombers.

Russian and Syrian Air Force officers gave details of the carefully planned flight path to and from Khan Shiekhoun on April 4 directly, in English, to the deconfliction monitors aboard the AWACS plane, which was on patrol near the Turkish border, 60 miles or more to the north.

The Syrian target at Khan Sheikhoun, as shared with the Americans at Doha, was depicted as a two-story cinder-block building in the northern part of town. Russian intelligence, which is shared when necessary with Syria and the U.S. as part of their joint fight against jihadist groups, had established that a high-level meeting of jihadist leaders was to take place in the building, including representatives of Ahrar al-Sham and the al-Qaida-affiliated group formerly known as Jabhat al-Nusra. The two groups had recently joined forces, and controlled the town and surrounding area. Russian intelligence depicted the cinder-block building as a command and control center that housed a grocery and other commercial premises on its ground floor with other essential shops nearby, including a fabric shop and an electronics store.

„The rebels control the population by controlling the distribution of goods that people need to live – food, water, cooking oil, propane gas, fertilizers for growing their crops, and insecticides to protect the crops,“ a senior adviser to the American intelligence community, who has served in senior positions in the Defense Department and Central Intelligence Agency, told me. The basement was used as storage for rockets, weapons and ammunition, as well as products that could be distributed for free to the community, among them medicines and chlorine-based decontaminants for cleansing the bodies of the dead before burial. The meeting place – a regional headquarters – was on the floor above. “It was an established meeting place,” the senior adviser said. “A long-time facility that would have had security, weapons, communications, files and a map center.” The Russians were intent on confirming their intelligence and deployed a drone for days above the site to monitor communications and develop what is known in the intelligence community as a POL – a pattern of life. The goal was to take note of those going in and out of the building, and to track weapons being moved back and forth, including rockets and ammunition.

One reason for the Russian message to Washington about the intended target was to ensure that any CIA asset or informant who had managed to work his way into the jihadist leadership was forewarned not to attend the meeting. I was told that the Russians passed the warning directly to the CIA. “They were playing the game right,” the senior adviser said. The Russian guidance noted that the jihadist meeting was coming at a time of acute pressure for the insurgents: Presumably Jabhat al-Nusra and Ahrar al-Sham were desperately seeking a path forward in the new political climate. In the last few days of March, Trump and two of his key national security aides – Secretary of State Rex Tillerson and UN Ambassador Nikki Haley – had made statements acknowledging that, as the New York Times put it, the White House “has abandoned the goal” of pressuring Assad „to leave power, marking a sharp departure from the Middle East policy that guided the Obama administration for more than five years.” White House Press Secretary Sean Spicer told a press briefing on March 31 that “there is a political reality that we have to accept,” implying that Assad was there to stay.

Russian and Syrian intelligence officials, who coordinate operations closely with the American command posts, made it clear that the planned strike on Khan Sheikhoun was special because of the high-value target. “It was a red-hot change. The mission was out of the ordinary – scrub the sked,” the senior adviser told me. “Every operations officer in the region“ – in the Army, Marine Corps, Air Force, CIA and NSA – “had to know there was something going on. The Russians gave the Syrian Air Force a guided bomb and that was a rarity. They’re skimpy with their guided bombs and rarely share them with the Syrian Air Force. And the Syrians assigned their best pilot to the mission, with the best wingman.” The advance intelligence on the target, as supplied by the Russians, was given the highest possible score inside the American community.

The Execute Order governing U.S. military operations in theater, which was issued by the Chairman of the Joint Chiefs of Staff,  provide instructions that demarcate the relationship between the American and Russian forces operating in Syria. “It’s like an ops order – ‘Here’s what you are authorized to do,’” the adviser said. “We do not share operational control with the Russians. We don’t do combined operations with them, or activities directly in support of one of their operations.  But coordination is permitted. We keep each other apprised of what’s happening and within this package is the mutual exchange of intelligence.  If we get a hot tip that could help the Russians do their mission, that’s coordination; and the Russians do the same for us. When we get a hot tip about a command and control facility,” the adviser added, referring to the target in Khan Sheikhoun, “we do what we can to help them act on it.“ “This was not a chemical weapons strike,” the adviser said. “That’s a fairy tale. If so, everyone involved in transferring, loading and arming the weapon – you’ve got to make it appear like a regular 500-pound conventional bomb – would be wearing Hazmat protective clothing in case of a leak. There would be very little chance of survival without such gear. Military grade sarin includes additives designed to increase toxicity and lethality. Every batch that comes out is maximized for death. That is why it is made. It is odorless and invisible and death can come within a minute. No cloud. Why produce a weapon that people can run away from?”

This photograph by the Syrian opposition (Edlib Media Center) shows the aftermath of a strike against the town of Khan Sheikhoun. A large building was hit, but it’s unclear were the strike took place exactly
This photograph by the Syrian opposition (Edlib Media Center) shows the aftermath of a strike against the town of Khan Sheikhoun. A large building was hit, but it’s unclear were the strike took place exactly

Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com/Shalan Stewart

The target was struck at 6:55 a.m. on April 4, just before midnight in Washington. A Bomb Damage Assessment (BDA) by the U.S. military later determined that the heat and force of the 500-pound Syrian bomb triggered  a series of secondary explosions that could have generated a huge toxic cloud that began to spread over the town, formed by the release of the fertilizers, disinfectants and other goods stored in the basement, its effect magnified by the dense morning air, which trapped the fumes close to the ground. According to intelligence estimates, the senior adviser said, the strike itself killed up to four jihadist leaders, and an unknown number of drivers and security aides. There is no confirmed count of the number of civilians killed by the poisonous gases that were released by the secondary explosions, although opposition activists reported that there were more than 80 dead, and outlets such as CNN have put the figure as high as 92. A team from Médecins Sans Frontières, treating victims from Khan Sheikhoun at a clinic 60 miles to the north, reported that “eight patients showed symptoms – including constricted pupils, muscle spasms and involuntary defecation – which are consistent with exposure to a neurotoxic agent such as sarin gas or similar compounds.” MSF also visited other hospitals that had received victims and found that patients there “smelled of bleach, suggesting that they had been exposed to chlorine.” In other words, evidence suggested that there was more than one chemical responsible for the symptoms observed, which would not have been the case if the Syrian Air Force – as opposition activists insisted – had dropped a sarin bomb, which has no percussive or ignition power to trigger secondary explosions. The range of symptoms is, however, consistent with the release of a mixture of chemicals, including chlorine and the organophosphates used in many fertilizers, which can cause neurotoxic effects similar to those of sarin.

The internet swung into action within hours, and gruesome photographs of the victims flooded television networks and YouTube. U.S. intelligence was tasked with establishing what had happened. Among the pieces of information received was an intercept of Syrian communications collected before the attack by an allied nation. The intercept, which had a particularly strong effect on some of Trump’s aides, did not mention nerve gas or sarin, but it did quote a Syrian general discussing a “special” weapon and the need for a highly skilled pilot to man the attack plane. The reference, as those in the American intelligence community understood, and many of the inexperienced aides and family members close to Trump may not have, was to a Russian-supplied bomb with its built-in guidance system. “If you’ve already decided it was a gas attack, you will then inevitably read the talk about a special weapon as involving a sarin bomb,” the adviser said. “Did the Syrians plan the attack on Khan Sheikhoun? Absolutely. Do we have intercepts to prove it? Absolutely. Did they plan to use sarin? No. But the president did not say: ‘We have a problem and let’s look into it.’ He wanted to bomb the shit out of Syria.”

At the UN the next day, Ambassador Haley created a media sensation when she displayed photographs of the dead and accused Russia of being complicit. “How many more children have to die before Russia cares?” she asked. NBC News, in a typical report that day, quoted American officials as confirming that nerve gas had been used and Haley tied the attack directly to Syrian President Assad. „We know that yesterday’s attack was a new low even for the barbaric Assad regime,” she said. There was irony in America’s rush to blame Syria and criticize Russia for its support of Syria’s denial of any use of gas in Khan Sheikhoun, as Ambassador Haley and others in Washington did. „What doesn’t occur to most Americans“ the adviser said, „is if there had been a Syrian nerve gas attack authorized by Bashar, the Russians would be 10 times as upset as anyone in the West. Russia’s strategy against ISIS, which involves getting American cooperation, would have been destroyed and Bashar would be responsible for pissing off Russia, with unknown consequences for him. Bashar would do that? When he’s on the verge of winning the war? Are you kidding me?”

Trump, a constant watcher of television news, said, while King Abdullah of Jordan was sitting next to him in the Oval Office, that what had happened was “horrible, horrible” and a “terrible affront to humanity.” Asked if his administration would change its policy toward the Assad government, he said: “You will see.” He gave a hint of the response to come at the subsequent news conference with King Abdullah: “When you kill innocent children, innocent babies – babies, little babies – with a chemical gas that is so lethal  … that crosses many, many lines, beyond a red line . … That attack on children yesterday had a big impact on me. Big impact … It’s very, very possible … that my attitude toward Syria and Assad has changed very much.”

Within hours of viewing the photos, the adviser said, Trump instructed the national defense apparatus to plan for retaliation against Syria. “He did this before he talked to anybody about it. The planners then asked the CIA and DIA if there was any evidence that Syria had sarin stored at a nearby airport or somewhere in the area. Their military had to have it somewhere in the area in order to bomb with it.” “The answer was, ‘We have no evidence that Syria had sarin or used it,’” the adviser said. “The CIA also told them that there was no residual delivery for sarin at Sheyrat [the airfield from which the Syrian SU-24 bombers had taken off on April 4] and Assad had no motive to commit political suicide.” Everyone involved, except perhaps the president, also understood that a highly skilled United Nations team had spent more than a year in the aftermath of an alleged sarin attack in 2013 by Syria, removing what was said to be all chemical weapons from a dozen Syrian chemical weapons depots.

At this point, the adviser said, the president’s national security planners were more than a little rattled: “No one knew the provenance of the photographs. We didn’t know who the children were or how they got hurt. Sarin actually is very easy to detect because it penetrates paint, and all one would have to do is get a paint sample. We knew there was a cloud and we knew it hurt people. But you cannot jump from there to certainty that Assad had hidden sarin from the UN because he wanted to use it in Khan Sheikhoun.” The intelligence made clear that a Syrian Air Force SU-24 fighter bomber had used a conventional weapon to hit its target: There had been no chemical warhead. And yet it was impossible for the experts to persuade the president of this once he had made up his mind. “The president saw the photographs of poisoned little girls and said it was an Assad atrocity,” the senior adviser said. “It’s typical of human nature. You jump to the conclusion you want. Intelligence analysts do not argue with a president. They’re not going to tell the president, ‘if you interpret the data this way, I quit.’”

President Donald J. Trump with some of his closest advisors at Mar-a-Lago on April 6, 2017 at a top secret briefing on the results of the missile strike on Shayat Air Base
President Donald J. Trump with some of his closest advisors at Mar-a-Lago on April 6, 2017 at a top secret briefing on the results of the missile strike on Shayat Air Base

Quelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/AP Content

The national security advisers understood their dilemma: Trump wanted to respond to the affront to humanity committed by Syria and he did not want to be dissuaded. They were dealing with a man they considered to be not unkind and not stupid, but his limitations when it came to national security decisions were severe. „Everyone close to him knows his proclivity for acting precipitously when he does not know the facts,“ the adviser said. „He doesn’t read anything and has no real historical knowledge. He wants verbal briefings and photographs. He’s a risk-taker. He can accept the consequences of a bad decision in the business world; he will just lose money. But in our world, lives will be lost and there will be long-term damage to our national security if he guesses wrong. He was told we did not have evidence of Syrian involvement and yet Trump says: ‚Do it.”’

On April 6, Trump convened a meeting of national security officials at his Mar-a-Lago resort in Florida. The meeting was not to decide what to do, but how best to do it – or, as some wanted, how to do the least and keep Trump happy. “The boss knew before the meeting that they didn’t have the intelligence, but that was not the issue,” the adviser said. “The meeting was about, ‘Here’s what I’m going to do,‘ and then he gets the options.”

The available intelligence was not relevant. The most experienced man at the table was Secretary of Defense James Mattis, a retired Marine Corps general who had the president’s respect and understood, perhaps, how quickly that could evaporate. Mike Pompeo, the CIA director whose agency had consistently reported that it had no evidence of a Syrian chemical bomb, was not present. Secretary of State Tillerson was admired on the inside for his willingness to work long hours and his avid reading of diplomatic cables and reports, but he knew little about waging war and the management of a bombing raid. Those present were in a bind, the adviser said. “The president was emotionally energized by the disaster and he wanted options.” He got four of them, in order of extremity. Option one was to do nothing. All involved, the adviser said, understood that was a non-starter. Option two was a slap on the wrist: to bomb an airfield in Syria, but only after alerting the Russians and, through them, the Syrians, to avoid too many casualties. A few of the planners called this the “gorilla option”: America would glower and beat its chest to provoke fear and demonstrate resolve, but cause little significant damage. The third option was to adopt the strike package that had been presented to Obama in 2013, and which he ultimately chose not to pursue. The plan called for the massive bombing of the main Syrian airfields and command and control centers using B1 and B52 aircraft launched from their bases in the U.S. Option four was “decapitation”: to remove Assad by bombing his palace in Damascus, as well as his command and control network and all of the underground bunkers he could possibly retreat to in a crisis.

“Trump ruled out option one off the bat,” the senior adviser said, and the assassination of Assad was never considered. “But he said, in essence: ‘You’re the military and I want military action.’” The president was also initially opposed to the idea of giving the Russians advance warning before the strike, but reluctantly accepted it. “We gave him the Goldilocks option – not too hot, not too cold, but just right.” The discussion had its bizarre moments. Tillerson wondered at the Mar-a-Lago meeting why the president could not simply call in the B52 bombers and pulverize the air base. He was told that B52s were very vulnerable to surface-to-air missiles (SAMs) in the area and using such planes would require suppression fire that could kill some Russian defenders.  “What is that?” Tillerson asked. Well, sir, he was told, that means we would have to destroy the upgraded SAM sites along the B52 flight path, and those are manned by Russians, and we possibly would be confronted with a much more difficult situation. “The lesson here was: Thank God for the military men at the meeting,” the adviser said. „They did the best they could when confronted with a decision that had already been made.“

Fifty-nine Tomahawk missiles were fired from two U.S. Navy destroyers on duty in the Mediterranean, the Ross and the Porter, at Shayrat Air Base near the government-controlled city of Homs. The strike was as successful as hoped, in terms of doing minimal damage. The missiles have a light payload – roughly 220 pounds of HBX, the military’s modern version of TNT. The airfield’s gasoline storage tanks, a primary target, were pulverized, the senior adviser said, triggering a huge fire and clouds of smoke that interfered with the guidance system of following missiles. As many as 24 missiles missed their targets and only a few of the Tomahawks actually penetrated into hangars, destroying nine Syrian aircraft, many fewer than claimed by the Trump administration. I was told that none of the nine was operational: such damaged aircraft are what the Air Force calls hangar queens. “They were sacrificial lambs,” the senior adviser said. Most of the important personnel and operational fighter planes had been flown to nearby bases hours before the raid began. The two runways and parking places for aircraft, which had also been targeted, were repaired and back in operation within eight hours or so. All in all, it was little more than an expensive fireworks display.

“It was a totally Trump show from beginning to end,” the senior adviser said. “A few of the president’s senior national security advisers viewed the mission as a minimized bad presidential decision, and one that they had an obligation to carry out. But I don’t think our national security people are going to allow themselves to be hustled into a bad decision again. If Trump had gone for option three, there might have been some immediate resignations.”

After the meeting, with the Tomahawks on their way, Trump spoke to the nation from Mar-a-Lago, and accused Assad of using nerve gas to choke out “the lives of helpless men, women and children. It was a slow and brutal death for so many … No child of God should ever suffer such horror.” The next few days were his most successful as president. America rallied around its commander in chief, as it always does in times of war. Trump, who had campaigned as someone who advocated making peace with Assad, was bombing Syria 11 weeks after taking office, and was hailed for doing so by Republicans, Democrats and the media alike. One prominent TV anchorman, Brian Williams of MSNBC, used the word “beautiful” to describe the images of the Tomahawks being launched at sea. Speaking on CNN, Fareed Zakaria said: “I think Donald Trump became president of the United States.” A review of the top 100 American newspapers showed that 39 of them published editorials supporting the bombing in its aftermath, including the New York TimesWashington Post and Wall Street Journal.

The Tomahawk missiles only did little damage to the Syrian air base
The Tomahawk missiles only did little damage to the Syrian air base

Quelle: AP Photo/HM BH

Five days later, the Trump administration gathered the national media for a background briefing on the Syrian operation that was conducted by a senior White House official who was not to be identified. The gist of the briefing was that Russia’s heated and persistent denial of any sarin use in the Khan Sheikhoun bombing was a lie because President Trump had said sarin had been used. That assertion, which was not challenged or disputed by any of the reporters present, became the basis for a series of further criticisms:

– The continued lying by the Trump administration about Syria’s use of sarin led to widespread belief in the American media and public  that Russia had  chosen to be involved in a corrupt disinformation and cover-up campaign on the part of Syria.

– Russia’s military forces had been co-located with Syria’s at the Shayrat airfield (as they are throughout Syria), raising the possibility that Russia had advance notice of Syria’s determination to use sarin at Khan Sheikhoun and did nothing to stop it.

– Syria’s use of sarin and Russia’s defense of that use strongly suggested that Syria withheld stocks of the nerve agent from the UN disarmament team that spent much of 2014 inspecting and removing all declared chemical warfare agents from 12 Syrian chemical weapons depots, pursuant to the agreement worked out by the Obama administration and Russia after Syria’s alleged, but still unproven, use of sarin the year before against a rebel redoubt in a suburb of Damascus.

The briefer, to his credit, was careful to use the words “think,” “suggest” and “believe” at least 10 times during the 30-minute event. But he also said that his briefing was based on data that had been declassified by “our colleagues in the intelligence community.” What the briefer did not say, and may not have known, was that much of the classified information in the community made the point that Syria had not used sarin in the April 4 bombing attack.

The mainstream press responded the way the White House had hoped it would: Stories attacking Russia’s alleged cover-up of Syria’s sarin use dominated the news and many media outlets ignored the briefer’s myriad caveats. There was a sense of renewed Cold War. The New York Times, for example – America’s leading newspaper – put the following headline on its account: “White House Accuses Russia of Cover-Up in Syria Chemical Attack.” The Times’ account did note a Russian denial, but what was described by the briefer as “declassified information” suddenly became a “declassified intelligence report.” Yet there was no formal intelligence report stating that Syria had used sarin, merely a „summary based on declassified information about the attacks,“ as the briefer referred to it.

The crisis slid into the background by the end of April, as Russia, Syria and the United States remained focused on annihilating ISIS and the militias of al-Qaida. Some of those who had worked through the crisis, however, were left with lingering concerns. “The Salafists and jihadists got everything they wanted out of their hyped-up Syrian nerve gas ploy,” the senior adviser to the U.S. intelligence community told me, referring to the flare up of tensions between Syria, Russia and America. “The issue is, what if there’s another false flag sarin attack credited to hated Syria? Trump has upped the ante and painted himself into a corner with his decision to bomb. And do not think these guys are not planning the next faked attack. Trump will have no choice but to bomb again, and harder. He’s incapable of saying he made a mistake.”

The White House did not answer specific questions about the bombing of Khan Sheikhoun and the airport of Shayrat. These questions were send via e-mail to the White House on June 15 and never answered.   

https://www.welt.de/politik/ausland/article165905578/Trump-s-Red-Line.html

AUSLAND

AIR STRIKE IN SYRIA„We got a fuckin‘ problem“

Von Seymour M. Hersh | Stand: 25.06.2017 | Lesedauer: 4 Minuten
Trump with his aides at Mar-a-LagoTrump with his aides at Mar-a-Lago
Trump with his aides at Mar-a-Lago

Quelle: picture alliance/ASSOCIATED PRESS/AP Content

Intelligence officials doubted the alleged Sarin gas attack at Khan Sheikhoun. WELT AM SONNTAG presents a chat protocol of a security advisor and an active American soldier on duty at a key base in the region.

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This conversation was provided to Seymour Hersh. It is betweeen a security adviser and an active US American soldier on duty on a key operational base about the events in Khan Sheikhoun. We have made abbreviations: American soldier (AS) and Security Advisor (SA). WELT AM SONNTAG is aware of the location of the deployment. For security reasons, certain details of military operations have been omitted.

April 6, 2017

American Soldier: We got a fuckin‘ problem

Security-Adviser: What happened? Is it the Trump ignoring the Intel and going to try to hit the Syrians? And that we’re pissing on the Russians?

AS: This is bad…Things are spooling up.

SA: You may not have seen trumps press conference yesterday. He’s bought into the media story without asking to see the Intel.  We are likely to get our asses kicked by the Russians.  Fucking dangerous.  Where are the godamn adults? The failure of the chain of command to tell the President the truth, whether he wants to hear it or not, will go down in history as one of our worst moments.

AS: I don’t know. None of this makes any sense. We KNOW that there was no chemical attack. The Syrians struck a weapons cache (a legitimate military target) and there was collateral damage. That’s it. They did not conduct any sort of a chemical attack.

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AS: And now we’re shoving a shit load of TLAMs (tomahawks) up their ass.

SA: There has been a hidden agenda all along. This is about trying to ultimately go after Iran. What the people around Trump do not understand is that the Russians are not a paper tiger and that they have more robust military capability than we do.

AS:  I don’t know what the Russians are going to do. They might hang back and let the Syrians defend their own borders, or they might provide some sort of tepid support, or they might blow us the fuck out of the airspace and back into Iraq. I honestly don’t know what to expect right now. I feel like anything is possible.  The russian air defense system is capable of taking out our TLAMs.  this is a big fucking deal…we are still all systems go…

SA:  You are so right. Russia is not going to take this lying down

SA: Who is pushing this? Is it coming from Votel (General Joseph L. Votel, Commander of United States Central Command, editor‘s note) ?

AS: I don’t know. It’s from someone big though. . . . This is a big fucking deal.

AS: It has to be POTUS.

AS:  They [the russians] are weighing their options.  Indications are they are going to be passive supporters of syria and not engage their systems unless their own assets are threatened..in other words, the sky is fucking blue.‘

April 7, 2017

SA: What are the Russians doing or saying  Am I correct that we did little real damage to Russia or Syria?

AS: We didn’t hit a damn thing, thankfully. They retrograded all their aircraft and personnel. We basically gave them a very expensive fireworks display.

AS: They knew where ships were and watched the entire strike from launch to end game.

AS: The Russians are furious. Claiming we have the real Intel and know the truth about the weapons depot strike.

AS: They are correct.

AS: I guess it really didn’t matter whether we elected Clinton or Trump. Fuck.

AS: No one is talking about the entire reason we’re in Iraq and Syria in the first place. That mission is fucked now.

SA: Are any of your colleagues pissed or is everyone going along with it and saying this is OK

AS: It’s a mad house. . . .Hell we even told the Russians an hour before impact

SA: But they clearly knew it was coming

AS: Oh of course

AS: Now Fox is saying we chose to hit the Syrian airfield because it is where the chemical attacks were launched from. Wow. Can’t make this shit up.

SA: They are. I mean, making it up

AS: It’s so fuckin evil

SA: Amen!!!

April 8, 2017

AS: Russians are being extremely reasonable.  Despite what the news is reporting they are still trying to deconflict and coordinate the air campaign.

SA: I don’t think the russia yet understands how crazy Trump is over this.  And i don’t think we appreciate how much damage the Russians can do to us.

AS: They’re showing amazing restraint and been unbelievably calm.  They seem mostly interested in de-escalating everything.  They don’t want to lose our support in the help with destroying Isis.

SA: But I get the get the feeling are simply trying this approach for as long as they feel it might work.  If we keep pushing this current aggressive stance they’re going to hit back.‘

https://www.welt.de/politik/ausland/article165905618/We-got-a-fuckin-problem.html

 

Sy Hersh, Exposer of My Lai and Abu Ghraib, Strikes Again, Exposing US Lies About Alleged Assad Sarin ‘Attack’

Pulitzer Prize-winning investigative reporter Seymour Hersh, the journalist who exposed the My Lai massacre of Vietnamese women, children and old people by US troops, the Abu Ghraib prison torture scandal in Iraq, and many other critically important stories, has now obliterated the US government’s (and the US media’s) claim that Syrian President Bashar al-Assad’s military killed nearly 100 people with a Sarin nerve gas bombing in April, an incident which prompted President Trump to order a Tomahawk cruise missile attack on a Syrian Air Force base.

Hersh’s My Lai expose was initially published by the Dispatch News Service, and was eventually run by 33 US newspapers, including the Los Angeles Times and the New York Times (which employed him in its Washington bureau during the Watergate Scandal era, from 1972-75). His later Abu Ghraib expose ran in the New Yorker magazine, as did several other important investigative pieces about the origins of the Iraq war, and about a US covert bombing campaign in Iran.

But this latest piece, arguably his potentially most explosive — because it shows a President Trump risking triggering a World War III with Russia based upon his own rash decision, over the objections and to the dismay of his own military and intelligence advisers — couldn’t find a mainstream publisher in the US or the UK. Instead, he had to run it in a German newspaper, Die Welt.

Fortunately, Die Welt, one of Germany’s major daily newspapers, realized the importance of what Hersh was exposing, and has made the article, as well as a side-bar transcript of a conversation between an American soldier and an intelligence service person in Syria, available online — in English. Here they are:

Trump’s Red Line and We’ve got a fucking problem!

I won’t go into all the details. Everyone should read these two pieces for themselves. Suffice to say that Hersh, who has excellent sources in the military and in various US intelligence organizations, has documented how the Trump administration lied about the deaths in an ISIS-held town called Khan Sheikhoun that the Syrian Air Force bombed last April, claiming Syria had used a sarin nerve-gas bomb when in fact the US military knew all about the attack beforehand and that the weapon had been a Russian-provided smart bomb, which was used to target an ISIS leadership meeting underway in the targeted building. (The Russians had contacted the US about the bombing earlier, to make sure no CIA personnel would be in the building at the time.)

Unfortunately, unbeknownst to the Russians and Syrians, the ISIS-held building they hit had stores of Chlorine in its basement — a poison gas itself — as well as stocks of fertilizer and herbicides which, when burned, release Sarin-like neurotoxins. It was these which killed the victims. (Witnesses had reported a cloud of gas, and as Hersh points out, sarin is invisible and does not explode. It is simply released by the bomb, to do its killing unseen.)

Over the objections and concerns expressed by his top military advisors, reportedly including “Mad Dog” Mattis, Trump insisted on bombing the Syrian airfield used to launch the attack flight. Fortunately in that case, Trump’s advisors prevailed in getting him to settle for a symbolic attack, first warning the Russians, and inevitably the Syrians too, to clear out their jets and personnel from the target to avoid any serious harm from the 59 Tomahawk missiles launched for the US attack.

Hersh’s Die Welt article comes out just as Trump is now again making up, or is believing, a “fake news” story that Assad is “planning another Sarin gas attack” from the same Shayrat Air Base that the US bombed earlier, with Trump vowing to retaliate more seriously this time if Assad goes ahead with another gas attack. Again, the military and the intelligence community are both saying they see no evidence of planning for a gas attack, and in any case they believe that Assad’s poison gas weapons were all eliminated in the 2013 agreement, as monitored and certified later by UN inspectors.

What’s disturbing is that the US media, which credulously reported both the first alleged Assad Sarin … or was it chlorine gas? … attack in 2013, later shown to have been the work of ISIS (and which continue to call it an Assad crime), and that now call the April incident too a Sarin gas attack by Assad, are almost universally supporting Trump’s claim that Assad is planning another (sic) Sarin gas attack — even NPR!

Obviously Trump’s threat to retaliate is an invitation for ISIS to manufacture another “gas attack,” in order to induce Trump to attack Assad.

And if the US media are so credulous already, who’s going to stop this insanity from continuing until it spins out of control and a US attack ends up killing Russian soldiers, downing a Russian plane or leading the Russians to down a US plane, at any of which which several points we’re on the cusp of a third and final world war?

Read Hersh’s article and spread the word. And demand that your local paper write about Hersh’s latest expose.

What kind of journalism is it when a paper like the Times or the Washington Post can report on Trump making such an assertion, and basing it on a claim that the April bombing was a Sarin gas attack, can simply ignore the counter claim by a journalist of Hersh’s caliber — especially when he is a former Times reporter!

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