„Der Anteil der Menschen, die trotz Arbeit arm sind, ist mittlerweile auf fast 10 Prozent der Bevölkerung gestiegen.“ Trotz einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wächst die Zahl der atypischen Beschäftigten, insbesondere bei jüngeren Menschen. Eine atypische Beschäftigung ist häufig prekär und mit „akuter und drohender Armut verbunden“. Der wachsende Wohlstand in Deutschland kommt nicht allen zugute, sondern konzentriert sich in den Händen weniger. Der Anteil der Menschen, die in verfestigter Armut leben, hat sich in den vergangenen beiden Jahrzehnten auf fast 10 Prozent der Bevölkerung verdoppelt. „Soziale Mobilität ist zunehmend blockiert.“ Dies gilt insbesondere für etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche, die aus einkommensarmen Haushalten kommen. „Hartz IV ist eine Sackgasse. Fast 60 Prozent der Leistungsberechtigten sind länger als vier Jahre im System. Hartz IV hat als das dominante System der Grundsicherung versagt. Weder gewährleistet es ein ausreichendes Existenzminimum, noch bietet es geeignete Angebote, um wieder aus der Grundsicherung zu entkommen. Das Leistungsniveau ist sowohl bei Hartz IV als auch bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung so anzuheben, dass Einkommensarmut ausgeschlossen ist.“

Es droht die Abstiegsgesellschaft

Der Paritätische Gesamtverband kommt in seinem Jahresgutachten 2017 zur sozialen Lage in Deutschland zu einem alarmierenden Fazit: „Der soziale Zusammenhalt in Deutschland erodiert.“

Abschied vom Aufstieg!? Paritätisches Jahresgutachten 2017

Der Vorsitzende des Paritätischen, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, hat am 20. Juni das Paritätische Jahresgutachten 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum vierten Mal legt der Paritätische mit seinem Jahresgutachten eine Bilanz der Sozialpolitik des vergangenen Jahres und eine Bestandsaufnahme des sozialen Zusammenhalts in Deutschland vor.

http://www.der-paritaetische.de/fachinfos/detail/News/abschied-vom-aufstieg-paritaetisches-jahresgutachten-2017/
Das Jahresgutachten:  http://infothek.paritaet.org/pid/fachinfos.nsf/0/b440ab68395f9de9c1258145003fdb18/$FILE/2017-Jahresgutachten-Paritaet.pdf

Der Paritätische Gesamtverband kommt in seinem Jahresgutachten 2017 zur sozialen Lage in Deutschland zu einem alarmierenden Fazit: „Der soziale Zusammenhalt in Deutschland erodiert.“

Trotz einer positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wachse die Zahl der atypischen Beschäftigten, insbesondere bei jüngeren Menschen. Der Verband stellt fest, dass eine atypische Beschäftigung häufig prekär und mit „akuter und drohender Armut verbunden“ sei. „Der Anteil der Menschen, die trotz Arbeit arm sind, ist mittlerweile auf fast 10 Prozent der Bevölkerung gestiegen.“ Der wachsende Wohlstand in Deutschland komme nicht allen zugute, sondern konzentriere sich in den Händen weniger.

Der Verband mahnt, dass Armut und soziale Ungleichheit mit Chancengleichheit und sozialer Aufwärtsmobilität nicht vereinbar sei. „Zahlreiche Studien, die der Verband für das Gutachten ausgewertet hat, kommen zu demselben Ergebnis: „Soziale Mobilität ist zunehmend blockiert.“ Dies gelte insbesondere für etwa 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche, die aus einkommensarmen Haushalten kommen. Eine, der Studien, komme zu folgendem Ergebnis: „Armutsgefährdung führt bei den Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe tendenziell zum Besuch einer niedrigen Schulart, auch wenn man sonstige Eigenschaften des Haushaltes und des Kindes berücksichtigt. Erwarten die Eltern, dass sie die Kosten durch das Abitur des Kindes nur schwer tragen könnten, führt dies ebenfalls tendenziell zum Besuch einer niedrigeren Schulart.“ Insbesondere bei Mädchen sei dieser Zusammenhang deutlich ausgeprägt.

Aber auch die Erwachsenen haben, wenn sie arm sind, zunehmend weniger Aussichten aus dieser sozialen Lage wieder aufzusteigen. So habe sich etwa der Anteil der Menschen, die in verfestigter Armut leben, in den vergangenen beiden Jahrzehnten auf fast 10 Prozent der Bevölkerung verdoppelt, so der Bundesverband. Dies zeige sich auch an der mit etwa eine Million betroffenen Personen dramatisch hohen und leider auch stabilen Anzahl an Langzeitarbeitslosen. Mit Blick auf die Gesamtgruppe der Hartz-IV-Leistungsberechtigten müsse festgestellt werden: „Hartz IV ist eine Sackgasse. Fast 60 Prozent der Leistungsberechtigten sind länger als vier Jahre im System. Hartz IV hat als das dominante System der Grundsicherung versagt.“

Der Gesamtverband erklärt zu Hartz IV: „Weder gewährleistet es ein ausreichendes Existenzminimum, noch bietet es geeignete Angebote, um wieder aus der Grundsicherung zu entkommen.“ Und fordert: „Das Leistungsniveau ist sowohl bei Hartz IV als auch bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung so anzuheben, dass Einkommensarmut ausgeschlossen ist.“

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