Der Klimawandel zeigt sich in Afrika in immer häufigeren Wetterextremen: Lange Dürreperioden, in anderen Regionen Wirbelstürme und Überschwemmungen. Der Klimawandel lässt traditionelle Weidegebiete vertrocknen und treibt Nomaden-Völker dazu, vom Bauernvölkern neues Weideland für ihre Herden zu erobern. Viele Menschen kommen bei diesen Konflikten ums Leben. Dabei verursachen Afrikaner weniger Treibhausgase, als die für jeden Weltbürger möglichen zwei Tonnen pro Jahr; in den Industrieländern geben wir viel mehr ab, neun Tonnen etwa in Deutschland, 17 Tonnen in den USA: Die Menschen in den Industrieländern sind damit vor allem verantwortlich dafür, wenn Afrikaner ihre Lebensgrundlagen verlieren und zur Flucht in andere Regionen gezwungen werden.

Bildergebnis für wetterextreme afrika

Der Klimawandel zeigt sich in immer häufigeren
Wetterextremen. Während einige Länder noch unter
einer extrem langen Dürreperiode leiden, wird die
Hauptstadt Madagaskars von einem Wirbelsturm mit
Windgeschwindigkeiten von 290 km/St heimgesucht,
Abidjan, Hauptstadt der Côte d’Ivoire, versinkt im
Regen und in Sansibar werden alle Schulen wegen
Überschwemmungen geschlossen. 22.06.2017

Bildergebnis für sturm madagaskar 2017

Elfenbeinküste-Unwetter-Katastrophen:Regenzeit in Elfenbeinküste kostet 39 Menschen das Leben

Abidjan (AFP) Überschwemmungen und Erdrutsche haben in der Elfenbeinküste in den vergangenen Wochen 39 Menschen das Leben gekostet. Mehrere Erdrutsche in der Wirtschaftsmetropole Abidjan hätten alleine in der Nacht des 19. Juni 23 Menschen begraben, teilten die Behörden des westafrikanischen Staates am Freitag mit. Hunderte Häuser seien in der Stadt, in der die Regierung sitzt, zerstört worden.

http://www.zeit.de/news/2014-07/12/elfenbeinkueste-unwetter-katastrophen-regenzeit-in-elfenbeinkueste-kostet-39-menschen-das-leben-12000403

Bildergebnis für überschwemmungen abidjan

Die terroristische Gewalt zwischen dem Nigerianischen Staat und Boko Haram im Norden des Landes überschattet einen anderen Konfliktherd
im Middle Belt zwischen dem Nomadenvolk
der Fulani und einheimischen Bauern. Immer häufiger
greifen die bewaffneten Hirten Dörfer an, vertreiben
die Einwohner und zerstören ihre Häuser,
um neues Weideland für ihre Herden zu gewinnen.
Der Klimawandel lässt ihre traditionellen Weidegebiete
vertrocknen und zwingt sie, neues Weideland
für ihre Herden zu erobern. 20.06.2017wtter

Bild: Ein Fulani-Hirte mit seiner Herde

Hinweise:

a) Die Tabelle rechts umfasst nur das Treibhausgas CO2 und auch nur den Teil, der als „energiebedingt“ bezeichnet wird, d.h. der durch Verbrennung fossiler Energien entsteht, allerdings auch nur jenen Teil, der in offiziellen Statistiken zum Verbrauch von Kohle, Öl und Gas) erfasst wird. Z.B. sind Wald- und Torfbrände (u.a. fast alljährlich in Indonesien[21] ) mit einem CO2-Ausstoß
im Gt-Bereich nicht einbezogen [22] .

b) In der Spalte ganz rechts ist der Faktor berechnet, mit dem der Pro-Kopf-Ausstoß die gerade noch klima-verträgliche Schwelle von
2,5 t CO2 pro Kopf
übersteigt.
(s. Globalbudget)

xls-Tabellen:
2013  2014  

Die 20 Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß(1) 2014
Top-20 Staaten CO2(1)
pro Land
in Mt
Anteil
%
kum.
Anteil
%
Bevöl-
kerung
in M
CO2(1)
pro Kopf
in t
Rang(2)
pro
Kopf
Faktor(3)
bzgl.
2,5 t
1 China
9680
27,0
27,0
1369
7,1
11 2,8
2 USA
5561
15,5
42,5
319
17,4
2 7,0
3 Indien
2597
7,2
49,7
1295
2,0
20 0,8
4 Russland
1595
4,4
54,1
143
11,1
6 4,4
5 Japan
1232
3,4
57,6
127
9,7
8 3,9
6 Deutschland
789
2,2
59,8
81
9,8
7 3,9
7 Indonesien
641*
1,8
61,6
254
2,5
18 1,0
8 Iran
616
1,7
63,3
78
7,9
10 3,2
9 Saudi Arabien
602
1,7
65,0
31
19,5
1 7,8
10 Süd-Korea
599
1,7
66,6
50
12,0
5 4,8
11 Kanada
558
1,6
68,2
36
15,7
4 6,3
12 Brasilien
507
1,4
69,6
206
2,5
19 1,0
13 Süd-Afrika
476
1,3
70,9
54
8,8
9 3,5
14 Mexiko
457
1,3
72,2
125
3,6
17 1,5
15 Großbritannien
428
1,2
73,4
64
6,7
12 2,7
16 Australien
382
1,1
74,4
24
16,2
3 6,5
17 Türkei
373
1,0
75,5
78
4,8
16 1,9
18 Thailand
337
0,9
76,4
68
5,0
15 2,0
19 Frankreich
331
0,9
77,3
64
5,2
14 2,1
20 Italien
327
0,9
78,3
60
5,5
13 2,2
Top-20
28087
78,3
78,3
4527
6,2
  2,5
Welt gesamt
35890
100,0
100
7284(4)
4,9
  2,0

* Indonesien: ohne CO2 aus Waldbränden, z.B. Sep.-Nov..2015: 1500 Mt CO2, s. [21]

Quelle(n): CO2-Daten aus: Global Carbon Project (GCP)    (Stand: Nov. 2015)
Anteile, Pro-Kopf-Rang, Bevölkerung, Faktor zu 2,5: eigene Berechnung.

(1) energiebedingter CO2-Ausstoß (s. Hinweis linke Spalte)
(2) Rang innerhalb der Top-20 Staaten
(3) Faktor = CO2-Austoß pro Kopf / 2,5 t. (s. Hinweis linke Spalte)
(4) Die Bevölkerungsdaten der Top-20 wurden aus den Prokopf-Daten des GCP rückwärts      berechnet, da sie beim GCP nicht gruppenweise abrufbar sind.
Quelle für die Weltbevölkerungszahl: SWP Pressemitteilung (23.12.14)

Vor allem die reichen Industrieländer müssen ihren Treibhausgas-Ausstoß reduzieren, denn sie haben durch ihre kumulierten enormen Emissionen in der Vergangenheit die globale Erwärmung hauptsächliche verursacht und verstärken sie aktuell weiter stark überproportional zu ihrer Bevölkerungsgröße.
Aber auch manche Schwellenländer, allen voran China, haben inzwischen einen CO2-Ausstoß weit oberhalb der 2,5 Tonnen-Schwelle. Weltweit wird rund 2 mal so viel CO2 ausgestoßen wie noch verträglich mit dem 2 °C-Ziel.
Experten schlagen u.a. einen weltweiten Emissionshandel oder eine globale CO2-Steuer vor, um den CO2-Ausstoß effizient zu reduzieren und zu einem gerechteren Ausgleich zwischen reichen und armen Ländern zu gelangen.
Laut Stern-Report müssen dazu Klimaschutz-Maßnahmen finanziert werden, die pro Jahr ca. 1 % des Weltsozialprodukts ausmachen.
CO2-Emissionspfade
WBGU-Sondergutachten 2009: Budgetansatz
01.09.09   (104)
WBGU: Pro-Kopf-CO2-Emissionspfade 2010 bis 2050
In seinem Sondergutachten 2009 leitet der WBGU aus dem 2 °C-Ziel ein globales CO2-Budget von 750 Mrd. Tonnen CO2 bis 2050 ab und entwickelt dazu Szenarien, wie der weltweite CO2-Ausstoß entsprechend gesenkt werden kann, wobei drei Ländergruppen anhand ihres CO2-Ausstoßes pro Kopf unterschieden werden:
Gruppe 1 (vor allem Industrieländer) : > 5,4 t ; Gruppe 2  (vor allem Schwellenländer ): 2,7 – 5,4 t;  Gruppe 3  (vor allem Entwicklungsländer): < 2,7 t.
Die Pro-Kopf-Emissions-Pfade werden a) ohne  und b) mit Emissionshandel berechnet, so dass sich insgesamt 6 Kurven ergeben. Bis 2020 muss z.B. die Gruppe 1 ihren CO2-Ausstoß von derzeit etwa 12 t auf rund a)  4 t   bzw. b)  8 t  senken, wobei im Falle b) davon ausgegangen wird, dass die Gruppe 1 ihr Budget durch den Emissionshandel um 75 % erhöhen kann. Bis 2050 muss der CO2-Ausstoß gesenkt werden auf a) 0 t ;  b) 1 t. Deutschland (wie auch viele andere Industrieländer) muss seine CO2-Emissionen bis 2020 halbieren, wobei mindestens 35 % Reduktion im eigenen Land und der Rest in Kooperation mit Entwicklungsländern (Emissionshandel, CDM) zu leisten ist.

Die Grafik findet sich auf Seite 32 in: Sondergutachten 2009 [2,5 MB]

http://www.agenda21-treffpunkt.de/daten/treibhausgase.htm

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