Der Grossbrand in Westlondon hat die Mängel beim Feuerschutz des Gebäudes auf dramatische Art offengelegt. Eine Bürgergruppe hatte bereits seit mehreren Jahren auf die Versäumnisse hingewiesen. Die britische Regierung hat in den vergangenen Jahren, auch um ihre Kriege führen zu können, Lokalverwaltungen das Geld gekürzt, sie waren für die Verwaltung dieses Gebäudes zuständig. Ein schwerwiegendes Problem war offenbar, dass der Feueralarm nicht angeschlagen hatte und dass die Sprinkleranlagen nicht in Betrieb gegangen waren. Für Aufregung unter den Bewohnern hatte auch der Rat der Behörden gesorgt, in den Wohnungen auf Hilfe zu warten. Dies ist das übliche empfohlene Vorgehen. Dadurch soll auch verhindert werden, dass durch Luftzug das Feuer noch mehr angefacht wird. Mehrere Bewohner widersetzten sich dem Ratschlag und sind davon überzeugt, sich nur dadurch gerettet zu haben. Der Grossbrand wird für die Verwaltung des Gebäudes, aber sicherlich auch auf politischer Ebene ein Nachspiel haben. In den vergangenen Jahren hat die Zentralregierung wegen Sparmassnahmen die Gelder besonders für die Lokalverwaltungen stark eingeschränkt. Diese mussten an allen Ecken und Enden sparen. Aus politischer Sicht wird sicherlich die Frage gestellt werden, ob dies zulasten der Sicherheit ging. Nicht für den Feuerschutz der Häuser, aber für Kriege und ihre Nutznießer im Militärisch-Industriellen und Rohstoff-Komplex ist in Großbritannien immer Geld da! Jeremy Corbyn fordert, dass die Minister, die die Berichte über mangelnden Feuerschutz kannten, zur Rede gestellt werden müssen; jetzt gelte es aber noch alles zu tun, um sich um die Menschen zu kümmern.

von Gerald Hosp, London14.6.2017, 13:31 Uhr
Der Grossbrand in Westlondon hat die Mängel beim Feuerschutz des Gebäudes auf dramatische Art offengelegt. Eine Bürgergruppe hatte bereits seit mehreren Jahren auf die Versäumnisse hingewiesen.
Ein Feuerwehrmann dokumentiert die Schäden am Grenfell Tower nach dem Brand. (Bild: Rick Findler / AP)

Ein Feuerwehrmann dokumentiert die Schäden am Grenfell Tower nach dem Brand. (Bild: Rick Findler / AP)

An den Feuerschutzmassnahmen im Londoner Wohnblock Grenfell Tower hat es bereits seit längerer Zeit Kritik gegeben. Die Bürgervereinigung Grenfell Action Group hatte im Jahr 2012 auf einen Bericht hingewiesen, der mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen im Wohnkomplex beschrieb. Darin wurde unter anderem darauf verwiesen, dass es teilweise seit dem Jahr 2009 keine ausreichenden Inspektionen gegeben habe. Die Warnungen seien aber auf taube Ohren gestossen. Eine Katastrophe sei nur eine Frage der Zeit gewesen, heisst es auf der Website der Gruppe.

Feuer-Inferno in London
200 Feuerwehrleute bekämpfen Grossbrand in Londoner Hochhaus – ein Dutzend Tote bestätigt
von ks. / toc./ ran. / Agenturen14.6.2017, 18:20

Feueralarm ging nicht

Der Wohnblock, in dem in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch der verheerende Brand ausgebrochen war, stammt aus dem Jahr 1974. Insgesamt befinden sich im Gebäude 120 Wohnungen. Mehrere hundert Personen sollen im Haus gewohnt haben. Der Sozialbau gehört zum Lancaster West Estate im Norden des Londoner Stadtviertels Kensington. Der Wohnkomplex wird von den lokalen Behörden des Bezirks Kensington und Chelsea verwaltet.

Der Grenfell Tower in North Kensington

Erst im vergangenen Jahr war die zweijährige Renovation des Gebäudes, die rund zehn Millionen Pfund gekostet haben soll, abgeschlossen worden. Die Umbauarbeiten betrafen vor allem die Fassade, die Fenster und das Heizsystem, um die Energieeffizienz des Gebäudes zu steigern.

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Bei einem verheerenden Brand eines Hochhauses im Zentrum Londons sind sechs Menschen ums Leben gekommen. (Bild: Will Oliver / EPA)

Ein Bewohner des 24-stöckigen Hauses meint in einem Bericht der Boulevardzeitung «Daily Mail», dass die neue Fassade aus einer Hülle auf Holzleisten bestanden habe. Das Feuer habe sich unter dieser Hülle ausgebreitet. Die Brandursache und die Gründe dafür, warum sich das Feuer so schnell über die Stockwerke verbreiten konnte, sind aber noch ungeklärt.

Ein schwerwiegendes Problem war offenbar, dass der Feueralarm nicht angeschlagen hatte und dass die Sprinkleranlagen nicht in Betrieb gegangen waren. Für Aufregung unter den Bewohnern hatte auch der Rat der Behörden gesorgt, in den Wohnungen auf Hilfe zu warten. Dies ist das übliche empfohlene Vorgehen. Dadurch soll auch verhindert werden, dass durch Luftzug das Feuer noch mehr angefacht wird. Mehrere Bewohner widersetzten sich dem Ratschlag und sind davon überzeugt, sich nur dadurch gerettet zu haben.

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Bewohner schildern das Erlebte

Die Grenfell Action Group kritisierte auch, dass es nur einen Notausgang gegeben habe. Wenn dieser blockiert sei, seien die Bewohner im Notfall in der Falle.

«Dritte-Welt-Unfall»

Der Grossbrand wird für die Verwaltung des Gebäudes, aber sicherlich auch auf politischer Ebene ein Nachspiel haben. In den vergangenen Jahren hat die Zentralregierung wegen Sparmassnahmen die Gelder besonders für die Lokalverwaltungen stark eingeschränkt. Diese mussten an allen Ecken und Enden sparen. Aus politischer Sicht wird sicherlich die Frage gestellt werden, ob dies zulasten der Sicherheit ging.

Jon Hall, der frühere Brandschutz-Chef der Region Midlands und Berater der Regierung unter Premierminister Cameron, kommentierte im Kurznachrichtendienst Twitter: «Dies ist ein Dritte-Welt-Unfall, der ein Versagen jeder Komponente beim Feuerschutz und beim Gebäudemanagement aufzeigt.»

This is a Third-World type accident that represents a failure of every component of fire safety & building management. No words for this…

Ein Brand in einem 14-stöckigen Wohnkomplex im Südosten Londons im Jahr 2009 hatte sechs Menschen das Leben gekostet. Es war bis anhin die schlimmste Feuerkatastrophe in einem Wohnblock in Grossbritannien.

Eine Verharmlosung sondersgleichen

Sonntag 26 Jun. 2016 10.06 · von Chris Frank

Da hat die Erdöl-Lobby wieder zugeschlagen. Wer sich Styropor ans Haus hängt, der hängt sich einen hochbrennbaren aus Erdöl gemachten Stoff an die Hauswand. Die ganze SIcherheit besteht nur unter Laborbedingungen und hat mit dem, was wir als Feuerwehr draußen erleben nicht das geringste zu tun. Die Realbrände sprechen eine andere Sprache als Mini-Laborversuche. Da brennen ganze Fassaden von mehrstöckigen Gebäuden/ Hochhäusern, bevor wir als Feuerwehr überhaupt eintreffen. Und wir haben dann statt einem Kleinbrand einen Vollbrand über mehrere Stockwerke. Dieser Stoff gehört als Dämmstoff verboten. Und zwar besser heute als morgen. Oder würde sich jemand sein Auto mit Benzin übergießen und dann damit herum fahren?

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