Kann der neue UN-Sonderbeauftragte, der deutsche EX-Bundespräsident Horst Köhler, den Sahauris zur Selbstbestimmung verhelfen können? Seit dem Jahr 1991 planen die Vereinten Nationen ein Referendum in der Westsahara. Es soll von der MINURSO durchgeführt werdend. Doch Marokko lehnt einen Volksentscheid ab und besteht darauf, dass das an Rohstoffen reiche Land fester Bestandteil des Königreiches ist. Wird er sich gegen Frankreichs Interessen stellen, das sich seit Jahren demonstrativ auf die Seite Marokkos stellt“. Marokko besetzte im Jahr 1975 mit dem Verweis auf historische Ansprüche zwei Drittel der Westsahara, nachdem sich die Kolonialmacht Spanien aus dem Gebiet zurückgezogen hatte. Dagegen kämpfte die linksgerichtete Befreiungsfront der Bevölkerung der Westsahara, der Frente Polisario, an und rief die Unabhängigkeit der Sahrawi Arab Democratic Republic aus. Er kontrolliert heute einen Streifen im Osten und Süden der Westsahara. Seit dem Jahr 1991 herrscht Waffenstillstand, der Konflikt sorgt jedoch in Nordafrika für Spannungen.

gfbvGöttingen. – Bundespräsident a.D. Horst Köhler ist zum UN-Sonderbeauftragten für die Westsahara berufen worden. Auf den Afrika-Kenner wartet nach Auffassung der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in der Westsahara eine „Mammut-Aufgabe“. „Als neuer UN-Sonderbeauftragter für die Westsahara den immer stärker eskalierenden Streit um die Zukunft des von Marokko besetzten Gebietes zu lösen, wird eine größere Herausforderung sein als das Amt des Bundespräsidenten“, sagte GfbV-Afrikaexperte Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

Marokko zeige sich immer kompromissloser, unterdrücke massiv Meinungs- und Demonstrationsfreiheit in der ehemaligen spanischen Kolonie und versuche auf internationaler Ebene, mit viel Geld Unterstützung durch Afrikas Regierungen zu erkaufen, so Delius. „Die Sahrauis in der Westsahara setzen große Hoffnung in den früheren Bundespräsidenten, damit sie nach 16 Jahren vergeblicher Bemühungen der MINURSO endlich in einer Volksabstimmung frei über ihre Zukunft entscheiden können.“

Alle Vorgänger Köhlers seien mit dem Vorhaben gescheitert, die traditionellen Bewohner der Westsahara in einer Volksabstimmung über ihre Zukunft entscheiden zu lassen. „Köhler wird größtes Fingerspitzengefühl benötigen, um Bewegung in den seit Jahren festgefahrenen Streit zu bringen. Wir hoffen, dass er sich dabei nicht von Frankreichs Interessen leiten lässt, das sich seit Jahren demonstrativ auf die Seite Marokkos stellt“, sagte Delius.

Seit dem Jahr 1991 planen die Vereinten Nationen ein Referendum in der Westsahara. Es soll von der MINURSO durchgeführt werdend. Doch Marokko lehnt einen Volksentscheid ab und besteht darauf, dass das an Rohstoffen reiche Land fester Bestandteil des Königreiches ist. Der Streit mit den Sahrauis spitzt sich laut GfbV immer mehr zu, seit Marokko versuche, die von den Sahrauis gegründete Demokratische Arabische Republik Sahara aus dem Staatenverbund Afrikanische Union herauszudrängen. So wachse die Unzufriedenheit unter den Sahauris so sehr, dass der Krieg zwischen der marokkanischen Armee und der Frente Polisario wieder ausbrechen könnte. Im September 1991 war ein Waffenstillstand vereinbart worden.

http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=13834&catid=27&Itemid=69

 

Westsahara-Konflikt
Kampf um Afrikas letzte Kolonie
von Christian Putsch, Kapstadt1.2.2017, 07:00 Uhr
Marokko kehrt zurück in die Afrikanische Union und hofft so, den Unabhängigkeitswillen der besetzten Westsahara zu brechen. Trotz finanzkräftigen Argumenten sind die Erfolgsaussichten aber gering.

https://www.nzz.ch/international/westsahara-konflikt-kampf-um-afrikas-letzte-kolonie-ld.142943

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