Südkoreas neue Regierung stoppt Aufbau von US-Raketensystem gegen Nordkorea. Zunächst sollen die Umweltauswirkungen des Systems Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) untersucht werden. Die Stationierung hatte Moons abgesetzte Vorgängerin Park Geun-hye im vergangenen Juli mit Washington vereinbart. Zwei Raketenwerfer des Systems wurden in der südlichen Region Seongju bereits installiert. Dagegen gab es heftige Proteste von Anwohnern, die Gesundheits- und Umweltrisiken befürchten. Aus dem Präsidialamt hieß es, es bestehe „keine Notwendigkeit“, die bereits installierten Raketenwerfer wieder abzubauen.

Südkorea stoppt Aufbau von US-Raketenabwehrsystem

7. Juni 2017, 14:00

Warten auf Gutachten über Umweltauswirkungen von THAAD

Seoul/Pjöngjang/Washington – Südkorea stoppt bis auf Weiteres die Installation des US-Raketenabwehrsystems THAAD. Wie das Büro des neuen Staatspräsidenten Moon Jae-in am Mittwoch mitteilte, soll zunächst ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten über die Umweltauswirkungen des Systems Terminal High Altitude Area Defense (THAAD) abgewartet werden.

Die Stationierung hatte Moons abgesetzte Vorgängerin Park Geun-hye im vergangenen Juli mit Washington vereinbart. Zwei Raketenwerfer des Systems wurden in der südlichen Region Seongju bereits installiert. Dagegen gab es heftige Proteste von Anwohnern, die Gesundheits- und Umweltrisiken befürchten. Aus dem Präsidialamt hieß es, es bestehe „keine Notwendigkeit“, die bereits installierten Raketenwerfer wieder abzubauen.

China erbost

THAAD soll Kurz- und Mittelstreckenraketen in der letzten Flugphase zerstören können. Anlässlich des Aufbaus des Abwehrsystems hatte das südkoreanische Verteidigungsministerium angekündigt, dieses werde bis zum Jahresende voll einsatzfähig sein.

Die US-Regierung gibt an, THAAD sei ein ausschließlich defensives System. Die chinesische Regierung reagierte dennoch erbost auf den Aufbau in Südkorea. Peking kritisiert, dass die leistungsfähige Radaranlage von THAAD Chinas Raketensysteme beeinträchtigen könne.

Die Lage in der Region ist angespannt, weil Nordkorea immer wieder Raketentests vornimmt und damit gegen UNO-Resolutionen verstößt. Zudem hat Pjöngjang nach eigenen Angaben seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. (APA, 7.6.2017)

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