Rohstoffkonzerne schaffen es, aktivistische Umweltministerin der Philippinen aus dem Amt zu kippen! An der Börse in Manila setzte nach der Absetzung von López ein Freudentaumel ein. Die grossen Minengesellschaften Apex Mining, Benguet Corp und Oriental Peninsula legten um über 10% zu. Als Ministerin prangerte sie Umweltschäden und die Raffgier der Industrie an. Im Februar verfügte sie die Schließung von 28 Minen auf den Philippinen. Ferner verlangte sie Umweltverträglichkeitsprüfungen und forderte die Schaffung von Spezialfonds zur Entschädigung der Landbevölkerung.

aus NZZ:
Philippinen setzen aktivistische Umweltministerin ab

Lobby-Sieg der Rohstoffbranche

von Manfred Rist, Singapur6.5.2017, 12:30 Uhr
Die philippinische Umweltministerin Gina Lopez ist aus dem Amt gekippt worden. Ihre Entlassung gilt auch als ein Sieg der Rohstoff-Lobby.
Die Philippinen kippen die aktivistische Umweltministerin aus dem Amt. (Bild: Bullit Marquez / AP)

Die Philippinen kippen die aktivistische Umweltministerin aus dem Amt. (Bild: Bullit Marquez / AP)

Bergbau-Philippinen

Die Rohstoffbranche auf den Philippinen hat es geschafft, und sie atmet auf: Gina López, die umstrittene Umweltministerin, ist aus dem Amt gekippt worden. Die 63-jährige Industriellentochter und Aktivistin hat diese Woche die Bestätigung in einem Parlamentsausschuss nicht erreicht, sondern fiel mit 16 gegen 8 Stimmen durch.

López, die einer der reichsten Familien auf den Philippinen entstammt, die pikanterweise selbst im Minengeschäft tätig ist, war seit zehn Monaten im Amt. Sie galt als Vertrauensperson von Präsident Rodrigo Duterte, zu dessen Wahlkampfversprechen ein besserer Schutz der natürlichen Ressourcen gehörte. Die Ernennung war ungewöhnlich, galt aber als mutig. López galt in jungen Jahren als Aussteigerin und war jahrelang als Entwicklungshelferin in Afrika tätig. Auf Facebook trat sie mit missionarischem Eifer auch als Yoga-Lehrerin auf.

Präsident Rodrigo Duterte liebte ihren Enthusiasmus, und die Dame hat Millionen von Anhängern. Als Ministerin prangerte sie Umweltschäden und die Raffgier der Industrie an. Im Februar verfügte sie die Schliessung von 28 Minen auf den Philippinen. Ferner verlangte sie Umweltverträglichkeitsprüfungen und forderte die Schaffung von Spezialfonds zur Entschädigung der Landbevölkerung. Für die Bergbaugesellschaften und deren Interessenorganisation, die Chamber of Mines of the Philippines (Comp), war López von Beginn an ein rotes Tuch. Sie beschuldigten López, Hunderttausende von Arbeitsplätzen aufs Spiel zu setzen.

Die Philippinen gelten als Land der ungenutzten Rohstoffe. Der Archipel birgt die grössten Nickelvorkommen und verfügt über riesige Kupfer- und Goldreserven. An der Börse in Manila setzte nach der Absetzung von López ein Freudentaumel ein. Die grossen Minengesellschaften Apex Mining, Benguet Corp und Oriental Peninsula legten um über 10% zu. Offiziell ist López das Vertrauen entzogen worden, weil die Parlamentarier ihre fachlichen Fähigkeiten in Zweifel zogen. Das Veto des Ausschuss gilt aber ebenso als Beweis für die Macht der Industrie, die im Hintergrund die Fäden zieht.

https://www.nzz.ch/wirtschaft/philippinen-setzen-aktivistische-umweltministerin-ab-lobby-sieg-der-rohstoffbranche-ld.1290949

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