Polizei knüppelt Protest von Südkoreanern nieder gegen die Stationierung eines US-Raketensystems an der Grenze zu Nordkorea, tausende Kilometer von den USA entfernt. Moon Jae-in, Favorit für die am 9. Mai anstehende südkoreanische Präsidentenwahl, forderte, die Stationierung auszusetzen und die Entscheidung darüber der neuen Regierung zu überlassen.

Proteste in Südkorea

Moon Jae-in, Favorit für die am 9. Mai anstehende südkoreanische Präsidentenwahl, forderte, die Stationierung auszusetzen und die Entscheidung darüber der neuen Regierung zu überlassen.

Gegen das Eintreffen der ersten Bauteile auf einem ehemaligen Golfplatz in Seongju-gu demonstrierten mehrere hundert Anrainer, die sich Sorgen machen, durch die umstrittene Stationierung zum Ziel nordkoreanischer Angriffe zu werden. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sie die Transportfahrzeuge mit Wasserflaschen bewarfen. Laut Agenturberichten wurden bei dem anschließenden Polizeieinsatz mindestens zehn Demonstranten verletzt, mehrere erlitten Knochenbrüche. Auf diesem ehemaligen Golfplatz soll das Abwehrsystem stationiert werden. Präsidentschaftskandidat Moon Jae-in ließ erklären, mit der Entscheidung werde die öffentliche Meinung ignoriert. Erst nach einer breit geführten Debatte und weiteren Beratungen mit den USA solle eine Entscheidung über das Raketenabwehrsystem getroffen werden.

Der Konflikt um Nordkorea hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Trump hat angekündigt, härter gegen das nordkoreanische Atomprogramm vorzugehen als sein Vorgänger Barack Obama, und auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen. Er entsandte kürzlich einen Marine-Kampfverband mit einem Flugzeugträger in die Region. orf Nordkorea-Experte Rüdiger Frank in der „ZiB“. Zudem lief am Dienstag das mit 150 Tomahawk-Marschflugkörpern bewaffnete US-Atom-U-Boot USS Michigan in einem südkoreanischen Hafen ein. Trump hat für Mittwoch alle 100 Senatoren ins Präsidialamt geladen, um ihnen seine Nordkorea-Strategie zu erläutern. Anschließend sollen Regierungsvertreter das Repräsentantenhaus informieren. (red, Reuters, 26.4.2017) – derstandard.at/2000056601082/Suedkorea-US-Raketenabwehr-wird-Wahlkampfthema

 

 

Südkorea: US-Raketenabwehr wird Wahlkampfthema

26. April 2017

Proteste in Südkorea

Moon Jae-in, Favorit für die am 9. Mai anstehende südkoreanische Präsidentenwahl, forderte, die Stationierung auszusetzen und die Entscheidung darüber der neuen Regierung zu überlassen.

Gegen das Eintreffen der ersten Bauteile auf einem ehemaligen Golfplatz in Seongju-gu demonstrierten mehrere hundert Anrainer, die sich Sorgen machen, durch die umstrittene Stationierung zum Ziel nordkoreanischer Angriffe zu werden. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie sie die Transportfahrzeuge mit Wasserflaschen bewarfen. Laut Agenturberichten wurden bei dem anschließenden Polizeieinsatz mindestens zehn Demonstranten verletzt, mehrere erlitten Knochenbrüche. Auf diesem ehemaligen Golfplatz soll das Abwehrsystem stationiert werden. Präsidentschaftskandidat Moon Jae-in ließ erklären, mit der Entscheidung werde die öffentliche Meinung ignoriert. Erst nach einer breit geführten Debatte und weiteren Beratungen mit den USA solle eine Entscheidung über das Raketenabwehrsystem getroffen werden.

Der Konflikt um Nordkorea hatte sich zuletzt verschärft. US-Präsident Trump hat angekündigt, härter gegen das nordkoreanische Atomprogramm vorzugehen als sein Vorgänger Barack Obama, und auch einen Militärschlag nicht ausgeschlossen. Er entsandte kürzlich einen Marine-Kampfverband mit einem Flugzeugträger in die Region. orf Nordkorea-Experte Rüdiger Frank in der „ZiB“. Zudem lief am Dienstag das mit 150 Tomahawk-Marschflugkörpern bewaffnete US-Atom-U-Boot USS Michigan in einem südkoreanischen Hafen ein. Trump hat für Mittwoch alle 100 Senatoren ins Präsidialamt geladen, um ihnen seine Nordkorea-Strategie zu erläutern. Anschließend sollen Regierungsvertreter das Repräsentantenhaus informieren. (red, Reuters, 26.4.2017) – derstandard.at/2000056601082/Suedkorea-US-Raketenabwehr-wird-Wahlkampfthema

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