Trumps bester Wahlhelfer ist weg vom Fenster! Der Milliardär wäre ohne Murdochs Fox-News nicht zum Präsidenten gewählt worden! Jetzt konnte Murdoch seinen Chefkommentator Bill O´Reilly nicht länger halten: Schroffe Kanten, Macho-Draufgängertum und eine permanente Wut zeichneten ihn aus: Er lenkte die Wut seiner vor allem weißen und älteren Zuschauer auf Minderheiten und die Politiker der 68er-Generation und die gesellschaftlichen Errungenschaften, für die sie stehen, wie etwa die Gleichstellung der Frauen oder Respekt von Minderheiten, Migranten und anderen Religionen. Er lenkte die Zuschauer weg vom Verständnis der kapitalistischen Globalisierung und Automatisierung als Ursache ihrer immer schlechteren Lage. Sie haben vor allem viele weniger ausgebildete weiße Arbeiter in tiefes Elend gestürzt; und der reichen Schicht viele Extra-Milliarden gebracht. „Wir“, diejenigen, die – wie auch Trump – argumentieren, kümmern uns um Euch! Ihr müsst Euch nicht für Eure Rechte zusammenschließen und auf keinen Fall die unterstützen, die den Kapitalismus kritisieren! Jetzt muss der Demagoge gehen: Immer mehr sexuelle Übergriffe auf Frauen im Sender wurden bekannt. Auch O`Reilly soll daran beteiligt sein. Frauen verließen den Sender aus Protest gegen die frauenverachtende Kultur von Fox-News. Jetzt strichen 80 Unternehmen, die rund 100 Markennamen vertreten, ihre Werbeauftritte in O’Reillys Show «The Factor» innerhalb weniger Wochen. Die Eigentümer von Fox News, Rupert Murdoch und seine Söhne, mussten ihren Hauptpropagandisten opfern. Die 68er Errungenschaften sind doch nicht mehr so einfach zu kippen – aber die Murdochs sie werden dran bleiben!

Die Wütenden verlieren ihren Fürsprecher
Fox News opfert seinen Star Bill O’Reilly wegen der Massenflucht der Werbekunden
von Peter Winkler, Washington22.4.2017, 05:30 Uhr
Wie kein Zweiter verkörperte Bill O’Reilly das Programm des amerikanischen Nachrichtensenders. Doch in seinem Kampf gegen den linken Zeitgeist hat er etwas unterschätzt.
Der amerikanische Sender Fox verdiente mit Bill O'Reillys Show jahrelang viel Geld. (Bild: Richard Drew / AP)

Der amerikanische Sender Fox verdiente mit Bill O’Reillys Show jahrelang viel Geld.
(Bild: Richard Drew / AP)

John McCain, Mitt Romney, Jeb Bush, John Kasich, Ted Cruz, Marco Rubio und über ein Dutzend mehr: Republikaner, die aus den letzten drei Präsidentenwahlen als Verlierer hervorgingen. Was noch? Sie sind nicht wirklich wütend oder auf jeden Fall zu schlechte Schauspieler, um die Wut überzeugend darstellen zu können. Gewonnen hat dagegen einer, der die Wut wie kein anderer zum Leitmotiv gemacht hatte: Donald Trump. Und wenn die Wut des christlichen, konservativen und rechtsgerichteten Amerika in den letzten zwanzig Jahren ein Zuhause hatte, dann waren es zweifellos die Sendestudios von Fox News in Midtown Manhattan.

Fox‘ Symbiose mit Trump

Man braucht nicht so weit zu gehen wie ein Analytiker des Konkurrenzsenders CNN, der meinte, Fox News habe die Präsidentschaft Trumps erschaffen. Aber es ist auch kaum vorstellbar, dass der New Yorker Immobilienmogul ins Weisse Haus eingezogen wäre, wenn es den 24-Stunden-Nachrichtenkanal nicht gegeben hätte. Fox News und Trump hatten – und haben immer noch – eine perfekte symbiotische Beziehung. Und der Präsentator Bill O’Reilly, seit dem Beginn im Jahr 1996 dabei, war das Gesicht, welches das Programm des Senders perfekt verkörperte.

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Derek Thompson vom Magazin «The Atlantic» brachte es auf den Punkt: O’Reilly, sagte er in einem Radiointerview, vereine am Bildschirm drei Eigenschaften, die zum Markenzeichen von Fox News wurden: schroffe Kanten, Macho-Draufgängertum und eine permanente Wut.

Im Primetime-Zeitfenster um 20 Uhr war O’Reilly an entscheidender Stelle dafür verantwortlich, dass eine breite, zumeist weisse und ältere Bevölkerungsschicht in den USA einen Sendeplatz hatte, in dem ihre Befindlichkeit ernst genommen wurde: die Überzeugung, dass man von den Mächtigen verraten wird, dass Minderheiten besser behandelt werden und dass jene, die Amerika einst gross machten, nun verachtet und verlacht werden.

O’Reilly gab diesen Menschen die Zusicherung, er werde sich um sie kümmern. An vorderster Front tat er das mit dem Versprechen, in seiner Sendung werde Klartext geredet. Die Parallele zu Trumps Wahlkampf-Motto «Sagen, wie es ist» drängt sich unweigerlich auf. Es gehörte zum Programm von Fox News, das Gefühl zu schüren, an vielen Übeln in der Gesellschaft sei vor allem die «politische Korrektheit» schuld.

Nichts spiegelt dieses Bemühen besser als «der Krieg gegen Weihnachten», ein Lieblingsthema O’Reillys, der in diesem Krieg Frontsoldat war. Gemeint ist damit der verbreitete Trend, den Mitmenschen im Dezember nicht mehr «frohe Weihnachten», sondern «schöne Feiertage» zu wünschen – aus Rücksicht auf nichtchristliche Glaubensgemeinschaften. Dieser Krieg findet natürlich nicht wirklich statt, sondern nur in den Köpfen jener, die sich bedrängt fühlen. «Merry Christmas» wurde, mit entscheidender Hilfe von Fox News, zu einer Art Schlachtruf.

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Speziell ist bei dem Nachrichtensender auch das Rollenverständnis der Geschlechter. Nirgends in der amerikanischen Fernsehlandschaft sind bei den Frauen die Absätze höher und die Haare blonder als bei Fox. Power-Frauen im Stil von Megyn Kelly haben es dagegen schwer. Die überaus populäre Präsentatorin verliess den Sender am Anfang dieses Jahres. Ein wesentlicher Grund: die frauenverachtende Kultur bei Fox News.

Blenden wir zurück: Im Juli 2016 tritt der Gründer und allmächtige Chef von Fox News, Roger Ailes, zurück. Ausgelöst hat dieses Erdbeben die Klage der Fox-Präsentatorin Gretchen Carlson wegen sexueller Belästigung. Weitere Frauen schliessen sich den Vorwürfen an. Kelly berichtet in einem Buch, auch sie sei von Ailes belästigt worden. O’Reilly liest ihr deswegen in seiner Sendung die Leviten: «Fox News ist ein guter Arbeitsplatz. Okay?» Im Januar verlässt Kelly Fox News, obwohl ihr bedeutende finanzielle Zusagen gemacht werden. Gleichzeitig berichtet die «New York Times», der Sender habe schon im September eine sechsstellige Summe aufgewendet, um eine drohende Klage wegen sexueller Belästigung gegen O’Reilly abzuwenden.

Schlag auf Schlag

Am 1. April enthüllt die New Yorker Zeitung weiter, Fox News habe fünf Frauen finanzielle Abfindungen im Umfang von 13 Millionen Dollar gezahlt, nachdem sie ähnliche Vorwürfe gegen O’Reilly erhoben hätten. Dem Star schien die Sache aber nichts anzuhaben, er bestritt die Vorwürfe kategorisch. Der Sender stellte sich hinter ihn, und selbst Präsident Trump versicherte: «Ich glaube nicht, dass er etwas Falsches gemacht hat. Bill ist ein guter Mensch.»

Doch dann ereignete sich ein weiteres Erdbeben. 80 Unternehmen, die rund 100 Markennamen vertreten, strichen ihre Werbeauftritte in O’Reillys Show «The Factor» innert weniger Wochen. Die Eigentümer von Fox News, Rupert Murdoch und seine Söhne, zogen den Stecker. Erst sollte O’Reilly nur in die Zwangsferien gehen. Doch dann veröffentlichte die Muttergesellschaft von Fox News eine Erklärung, die zwar kurz war, aber trotzdem wie Kanonendonner nachhallte: O’Reilly werde nicht an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Das Macho-Draufgängertum, das sowohl den Sender als auch dessen prominenteste Show so lange geprägt hatte, erwies sich als Auslaufmodell. Unklar ist nur noch, wie die Zuschauerinnen und Zuschauer reagieren werden.

fox

https://www.nzz.ch/feuilleton/die-wuetenden-verlieren-ihren-fuersprecher-fox-news-opfert-seinen-star-bill-oreilly-wegen-der-massenflucht-der-werbekunden-ld.1288198

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