Es eskaliert: „USA haben mit dem Angriff auf Syrien eine rote Linie überschritten“: In einer gemeinsamen Erklärung drohten Russland, Iran und der libanesische Hizbullah am Sonntag mit Vergeltung, sollten die Amerikaner erneut syrische Truppen angreifen. Mit dem Angriff auf den Militärstützpunkt Shairat habe Washington eine «rote Linie» überschritten. Wann ziehen die Völkern eine Rote Linie für die „Staatsmänner“ und schießen sich zusammen, um die Einhaltung von UN-Charta und Menschenrechtserklärung von allen zu fordern? Diese Staatsmänner (und -frauen) lassen sterben, der Militärisch-Industrielle Komplex verdient und die Bürger werden ins Leid von Krieg und Gewalt gestürzt! Wir brauchen Politiker und Organisationen, die das Menschenrecht auf Frieden und Leben anerkennen und in diesem Geist der weltweiten Zusammenarbeit Politik machen, nicht die schon erreichte Zusammenarbeit zerstören.

US-Militärschlag in Syrien
Die Verbündeten von Asad drohen den Amerikanern
von Inga Rogg, Istanbul10.4.2017, 06:40 Uhr
Iran und Moskau springen dem Regime in Damaskus zur Seite. Derweil sorgen amerikanische Regierungsvertreter für reichlich Verwirrung.
Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khamenei bezeichnet den Militärschlag einen «strategischen Fehler». (Bild: AP)

Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khamenei bezeichnet den Militärschlag einen «strategischen Fehler». (Bild: AP)

Die Verbündeten des syrischen Machthabers Bashar al-Asad haben die USA vor weiteren Angriffen auf das Regime gewarnt. In einer gemeinsamen Erklärung drohten Russland, Iran und der libanesische Hizbullah am Sonntag mit Vergeltung, sollten die Amerikaner erneut syrische Truppen angreifen. Mit dem Angriff auf den Militärstützpunkt Shairat habe Washington eine «rote Linie» überschritten, hiess es. Der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khamenei nannte den Militärschlag auf die Basis nahe Homs am vergangenen Freitag gar einen «strategischen Fehler». Die derzeitige Administration in Washington wiederhole die Fehler ihrer Vorgängerregierungen, sagte Khamenei laut iranischen Medienberichten.

Russland hatte immer wieder betont, es stehe nicht bedingungslos hinter Asad – anders als etwa Iran oder der Hizbullah, die das Regime bis jetzt ohne Wenn und Aber mit Kämpfern unterstützen. Am Wochenende sind sie indes noch enger zusammengerückt. In einer Serie von Telefonaten stimmten Moskau und Teheran am Wochenende ihr Vorgehen ab. Dabei kündigten beide Seiten eine stärke Unterstützung der syrischen Armee an. Nach einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin sprach der iranische Präsident Hassan Rohani von einer «flagranten Aggression» der Amerikaner. Wie die Russen fordern auch die Iraner eine «objektive Untersuchung» des Giftgasangriffs auf Khan Sheikhun von vergangener Woche, der Washington zu dem Beschuss von Shairat bewogen hatte.

Im Gegensatz zu Moskau und Teheran verurteilte die Regierung in Bagdad den Giftgasangriff in deutlichen Worten. Aus dem Irak meldete sich erstmals ein einflussreicher schiitischer Geistlicher mit Rücktrittsforderungen an Asad zu Wort. Zwar forderte der Prediger Muktada al-Sadr den Abzug der Amerikaner und Russen. Um den Syrern den Horror des Kriegs und Terrorismus zu ersparen, müsse Asad abdanken, erklärte Sadr. Damit schlug er auch eine Brücke zu den Sunniten, aus deren Reihen sich die Aufständischen in Syrien mehrheitlich rekrutieren.

Ihre Unterstützer in den Golfstaaten und in der Türkei haben erwartungsgemäss positiv auf den Militärschlag reagiert. Dabei brachte die Regierung Ankara erneut ihre Forderung nach Einrichtung einer Schutzzone auf. Eine Flugverbotszone müsse erwogen werden, um ähnliche Angriffe des Asad-Regimes zu verhindern, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim. Die amerikanische Regierung scheint in der Frage gespalten. Laut Aussenminister Rex Tillerson hat für Washington nach wie vor der Kampf gegen die die Extremisten des Islamischen Staats (IS) Vorrang. Der Militärschlag sollte eine Botschaft an Asad und seinen russischen Verbündeten sein, wie Tillerson dem Sender ABC News sagte. Davon abgesehen habe sich an der militärischen Position nichts geändert. Die amerikanische Uno-Botschafterin Nikki Haley sagte hingegen, es könne in Syrien keinen Frieden geben, solange Asad an der Macht sei. Es werde einen Regimewechsel geben, weil Asad nicht der richtige Führer für Syrien sei, sagte sie dem Sender CNN. Zwar erwähnte Haley keine militärischen Schritte, doch ist dies eine klare Abkehr von Trumps bisheriger Haltung, der sich lange gegen Angriffe auf das Regime ausgesprochen hatte.

Laut Generalleutnant McMaster, dem Nationalen Sicherheitsberater, will Trump eine politische Lösung. In einem Interview mit Fox News sprach McMaster Sonntag aber auch davon, dass Washington sowohl den IS bekämpfen wie einen Regimewechsel forcieren wolle.

https://www.nzz.ch/international/us-militaerschlag-in-syrien-die-verbuendeten-von-asad-drohen-den-amerikanern-ld.1085317

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