Aus Angst vor einem Nein beim Referendum: Türkei macht eine Kriegspause! 74 Türken haben bereits für die Großmachtpläne Erdogans in Syrien ihr Leben verloren. Um keine Negativschlagzeilen zu erzeugen, hat Ankara zwei Wochen vor dem Verfassungs-Referendum das Ende seiner Operation im Nachbarland angekündigt. Die türkische Regierung zieht aber ihre Truppen nicht ab. Ministerpräsident Yildirim: Eine weitere Operation wird unter einem anderen Namen laufen. Ohne Kritik, Protest, Sanktionen von UNO, EU, Deutschland oder den deutschen Medien am völkerrechtswidrigen Angriffskrieg war die Türkei vor sieben Monaten ins Nachbarland Syrien einmarschiert. Ganz im Gegenteil hat die USA, die Russland wegen eines Völkerrechtsbruchs mit Sanktionen belegt hat, öffentlich den Einmarsch begrüßt. Die Regierung in Damaskus verurteilte die türkische Invasion scharf als offenen Verstoß gegen die Souveränität Syriens. Wie viele Syrerinnen und Syrer türkische Soldaten bisher schon getötet haben, ist uns nicht bekannt. Erdogan hat viele seiner Ziele bisher nicht erreicht. Er dürfte bald erneute töten und sterben lassen!

Die Türkei im Syrien-Konflikt
Erdogan legt eine Kriegspause ein
aus Neue Züricher Zeitung
von Marco Kauffmann Bossart, Istanbul30.3.2017, 12:23 Uhr
Die türkische Regierung hat die Operation «Schutzschild Euphrat» für beendet erklärt. Von einem Abzug der türkischen Truppen kann aber noch nicht die Rede sein. Ankara behält sich alle Optionen offen.
Kämpfer der Freien Syrischen Armee begrüssen Einheiten der türkischen Armee in Nordsyrien (Bild: Reuters)

Kämpfer der Freien Syrischen Armee begrüssen Einheiten der türkischen Armee in Nordsyrien (Bild: Reuters)

So überraschend die türkische Offensive in Nordsyrien vor sieben Monaten begonnen hatte, so abrupt wurde jetzt ihr vorläufiges Ende verkündet. Die Operation «Schutzschild Euphrat» sei erfolgreich abgeschlossen worden, teilte der von Staatschef Recep Tayyip präsidierte Nationale Sicherheitsrat am Mittwochabend mit.

Den IS und die Kurden im Visier

Türkische Verbände waren am 24. August 2016 in das Nachbarland einmarschiert. Mit Unterstützung der Freien Syrischen Armee (FSA) gelang es innerhalb weniger Tage, dem sogenannten Islamischen Staat (IS) die Grenzstadt Jarablus zu entreissen. Im Februar 2017 brachten die Truppen al-Bab unter ihre Kontrolle. Die Militärintervention zielte darauf ab, das syrisch-türkische Grenzgebiet vom IS zu «säubern». Allerdings macht die türkische Führung ebenso klar, dass sie mit der Intervention ein zusammenhängendes kurdisches Autonomiegebiet in Nordsyrien verhindern will.

Der Abschluss der Offensive bedeutet allerdings kaum ein Ende des türkisches Militäreinsatzes in Syrien. In einem Interview mit dem Fernsehsender NTV sagte Ministerpräsident Binali Yildirim, eine weitere Operation würde unter einem anderen Namen laufen. Ob überhaupt Soldaten abgezogen werden, bleibt unklar. Fraglich ist, ob die verbündeten FSA-Kämpfer in der Lage sind, ihr Territorium ohne militärischen Support der türkischen Armee zu halten.

Streit mit den USA

Ankara hat mehrfach seinen Willen bekundet, sich am Sturm auf die IS-Hochburg Rakka zu beteiligen. Allerdings soll dies ohne die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) geschehen, die Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterhalten.

Seit mehr als zwei Jahren versucht die Türkei, die Amerikaner mit Argumenten und Drohungen dazu zu bewegen, ihre Kooperation mit den YPG aufzugeben – ergebnislos. Washington sieht die Kurden als verlässliche Partner im Kampf gegen den IS. Anders als von Erdogan erhofft, weicht auch die neue Administration nicht von dieser Position ab. Die Kooperation in Syrien soll mit dem amerikanischen Aussenminister Rex Tillerson erörtert werden, der am Donnerstag bei seinem Antrittsbesuch in der Türkei mit Staatspräsident Erdogan sowie Aussenminister Mevlüt Cavusoglu zusammentrifft.

Bloss keine Negativschlagzeilen

Der Streit um die Zusammensetzung der Anti-IS-Koalition dürfte ein Grund für das proklamierte Ende der angeblich erfolgreichen Operation «Schutzschild Euphrat» sein. Hinzu kommen innenpolitische Erwägungen: Bei der Mission wurden laut Schätzungen 74 türkische Soldaten getötet. Offizielle Angaben zur Truppenstärke in Syrien gibt es keine. Zweieinhalb Wochen vor dem höchst kontroversen Verfassungsreferendum, dessen Ausgang auf Messers Schneide steht, hat Ankara alles Interesse, sich militärisch zurückzuhalten und jedwede Negativschlagzeile zu vermeiden.

https://www.nzz.ch/international/aktuelle-themen/die-tuerkei-im-syrien-konflikt-erdogan-legt-eine-kriegspause-ein-ld.154346

USA unterstützen türkische Invasion: Kurden ersticken „am Gestank …

http://www.n-tv.de › Politik

25.08.2016 – Die USA schützen die syrischen Kurden nicht vor der türkischen Invasion. Im Gegenteil: Sie fordern ihre wichtigsten Verbündeten am Boden …

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